Länder

Tierschutz Schäfer wollen mehr finanzielle Unterstützung

Geld für Abwehr von Wölfen

Archivartikel

Wiesbaden.Hessens Schäfer fordern eine bessere Unterstützung vom Land für den Schutz ihrer Herden vor Wölfen. „Die Förderung reicht aktuell nur für etwa zehn Prozent der Betriebe in ganz Hessen aus“, sagte der Sprecher des Landesverbandes für Schafzucht- und -haltung, Burkhard Ernst, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Auch die vorgesehenen Landesmittel für das nächste Jahr reichten nicht aus, um 40 Prozent der Betriebe zu erreichen. Die Summe sei immer noch zu wenig für einen flächendeckenden Herdenschutz.

„Wir pochen deshalb weiter darauf, dass das Budget erhöht wird, damit möglichst schnell und flächendeckend der allseits geforderte Mindestschutz vor Wolfsangriffen in den Betrieben eingerichtet werden kann“, betonte der Verbandssprecher. Bislang gebe es noch keine Signale der Landesregierung, auf die Forderung der Schäfer einzugehen. Das Umweltministerium habe jedoch zugesagt, nochmals die Förderrahmenbedingungen zu klären. Unabhängig von der Förderung des Schutzes gegen Wolfsübergriffe stehe noch die Ausgestaltung der Weidetierprämie für 2021 aus.

Das Umweltministerium erklärte, dass es bei den weiteren Planungen darum gehe, die Förderrichtlinien anzupassen und möglicherweise neu zu entwickeln. Das sei jedoch sehr aufwendig. Ergebnisse gebe es daher noch nicht. Nach dem Ende August vorgestellten Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans für Hessen sollen die Weidetierhalter mit zusätzlichem Geld vom Land beim Schutz ihrer Herden unterstützt werden. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte zudem angekündigt, dass Entschädigungen bei Wolfsrissen künftig schneller abgewickelt werden sollen.

In Hessen gibt es bislang zwei nachgewiesene Wolfsterritorien. Im Vogelsberg lebt seit mindestens Mitte Juli vergangenen Jahres eine Wölfin. Im April wurde dann das zweite Wolfsterritorium im Stölzinger Gebirge in Nordhessen bestätigt. Auch hier ist eine Wölfin sesshaft. lhe