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Prozess Betreiber verkauft 14-Jährigen Wodka

Geldstrafe für Kioskbesitzer

Archivartikel

Frankfurt.Weil er an drei 14-jährige Mädchen eine Flasche Wodka verkauft hat, ist ein Kiosk-Betreiber gestern vom Amtsgericht Frankfurt zu 600 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze) verurteilt worden. Eines der Mädchen wurde nach dem Trinken der halben Flasche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht, das Gericht ging daher von fahrlässiger Körperverletzung aus.

Zunächst hatte der 41-Jährige den Vorwurf bestritten. Erst als alle drei Zeuginnen übereinstimmend gegen ihn aussagten, beschränkte er den Einspruch gegen einen Strafbefehl über ursprünglich 1200 Euro auf die Höhe der Strafe, was laut Staatsanwaltschaft einem Geständnis gleichkam. Er hatte Bedauern über den Vorfall geäußert. Strafverschärfend hatte die Anklagevertreterin den hohen Alkoholgehalt des Wodkas von 37 Prozent hervorgehoben. Bei der 14-Jährigen war ein Promillewert von 1,8 festgestellt worden.

Alter muss überprüft werden

Das Jugendschutzgesetz verbietet Abgabe und Konsum harter Alkoholika an Jugendliche. Händler und Veranstalter müssen das Alter von Kunden überprüfen, also zum Beispiel nach dem Ausweis fragen. Verstöße können nach Angaben des Familienministeriums Geldbußen bis zu 50 000 Euro zur Folge haben. In schweren Fällen sind auch Geld- und Haftstrafen möglich.

Das Gesetz unterscheidet zwischen Bier, Wein, Schaumwein oder Mischgetränken auf der einen Seite und hochprozentigen alkoholischen Getränken auf der anderen Seite. Ersteres darf ab 16 Jahren gekauft und konsumiert werden. Getränke, die Alkohol „in nicht nur geringfügiger Menge enthalten“, dürfen jedoch nur Erwachsene kaufen und trinken. lhe