Länder

Gericht IS-Verdächtiger gesteht unvollständig

Geplatzter Prozess

Frankfurt.Nach nur zwei Verhandlungstagen ist der Prozess gegen einen mutmaßlichen Sympathisanten der islamistischen Terrororganisation IS vor dem Oberlandesgericht Frankfurt geplatzt. Wie eine Gerichtssprecherin gestern bekanntgab, blieb das in Aussicht gestellte Geständnis des Angeklagten nur unvollständig. Der Staatsschutzsenat sehe sich daher veranlasst, die komplette Beweisaufnahme mit mehreren Zeugenvernehmungen und Sachverständigen durchzuziehen.

Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft hatte sich Walid D. (32) aus Kassel im November 2013 rund drei Wochen lang in Syrien aufgehalten und dort Unterweisungen von IS-Kämpfern erhalten. Als Beweismittel dient der Anklage ein entsprechender Registrierungsbogen. Am ersten Verhandlungstag Ende Januar hatte D. im Rahmen einer Verständigung ein Geständnis angekündigt.

Die Richter stellten ihm dafür eine Freiheitsstrafe von höchstens 18 Monaten in Aussicht. Die Aussage des Angeklagten entsprach dann aber offenbar nicht den richterlichen Erwartungen. Der Prozess muss deshalb voraussichtlich im Sommer dieses Jahres völlig neu aufgerollt werden. lhe