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Prozess Ex-Dekan gibt Betrug in Höhe von 228 000 Euro zu

Gericht akzeptiert Geständnis

Mannheim.Eine kleine Gruppe ist extra angereist, um das Geständnis des ehemaligen Dekans und Pfarrers ihrer Gemeinde im Raum Lahr vor dem Mannheimer Landgericht zu hören. Doch sie sind enttäuscht. „Das war flach und nichtssagend“, meint eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie war lange Zeit im Rat des örtlichen Caritasverbandes, den der Angeklagte um fast 200 000 Euro geschädigt haben soll.

Auch das Gericht hat zunächst Zweifel, ob das fünfminütige Geständnis, das der 54-Jährige mit monotoner Stimme von einem Zettel abliest, für ein Urteil ausreicht. Der Ex-Dekan spricht darin nur vom „Wunsch“, finanziellen Nutzen aus seiner Tätigkeit beim Caritasverband zu ziehen; er räumt ein, Schwachstellen in der Organisation sowie das Vertrauen der Menschen ausgenutzt zu haben. Die Kammer unter Vorsitz von Oliver Ratzel hört schweigend zu und zieht sich dann zur Beratung zurück. Ergebnis: Es sind noch Fragen offen. Eigentlich hatten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht auf eine verfahrensverkürzende Absprache verständigt, zu erwartende Strafe: rund vier Jahre. Voraussetzung für diesen Deal ist ein plausibles Geständnis.

Laut Anklage hat der Geistliche den Caritasverband, die Pfarrgemeinde und den Ursulinenkonvent in Mannheim mit fingierten Rechnungen, falschen Belegen und nicht existierenden Projekten um insgesamt 228 000 Euro gebracht. Was das Gericht vom Ex-Dekan hören will, um Untreue und Betrug zu erkennen, ist: Hat er dies bewusst getan?

Am Ende bleibt es beim Deal. Der Ex-Dekan räumt in einem umfassenden Geständnis ein, „insgeheim“ gewusst zu haben, dass seine Rechnungen „nicht rechtens“ waren. Und er hätte die Summen niemals zurückzahlen können. Als voraussichtlich letzter Zeuge soll ein Polizeibeamter gehört werden. Danach könnten Verteidigung und Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten – das Urteil soll Ende Oktober fallen.