Länder

Justiz Ganzkörperanzug darf beim Schwimmen getragen werden

Gericht kippt Burkini-Verbot

Koblenz.Das rheinland-pfälzische Oberverwaltungsgericht hat das Koblenzer Burkini-Verbot für städtische Schwimmbäder vorläufig gekippt. Das Verbot des Ganzkörper-Badeanzugs für Frauen in der Badeordnung verstoße gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot, entschied das Gericht in einem Eilverfahren.

Damit dürfe die Klägerin ab sofort wieder im Burkini ins Wasser der städtischen Schwimmbäder steigen, teilte das Gericht am Freitag mit. Nun müssen die Richter womöglich noch in einem Hauptsacheverfahren entscheiden, solange ist das Verbot außer Kraft gesetzt.

Die Muslimin hatte erklärt, wegen einer Rückenerkrankung seien ihr ärztlich Schwimmbadbesuche angeraten worden, um die Schmerzen zu lindern. Wegen ihres Glaubens könne sie dies nur mit einem Burkini.

Der Koblenzer Stadtrat hatte mit knapper Mehrheit beschlossen, dass Badegäste seit Jahresbeginn nur noch in Badehose, Badeanzug, Bikini oder Badeshorts schwimmen dürfen. Bei Burkinis sei die Kontrolle auf offene Wunden, Ausschläge und anstoßerregende Krankheiten unmöglich.

Das Oberverwaltungsgericht verwies darauf, dass diese Regelung Neoprenanzüge für Leistungsschwimmer beim Training zulasse, die ebenfalls weitgehend den ganzen Körper bedeckten. Das sei mit Blick auf Burkini-Trägerinnen eine Ungleichbehandlung. lrs