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Bildung Studie zum Lehrermangel im Südwesten

GEW fordert neue Stellen

Stuttgart.Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Landesregierung dazu auf, die Zahl der Lehrerstellen im Südwesten drastisch zu erhöhen. Es gebe einen Bedarf von mindestens 6200 Posten zusätzlich bis zum Jahr 2030, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz gestern in Stuttgart. Dieser Aufbau sei schon allein deswegen nötig, weil sich die Schülerzahlen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen würden. Berücksichtige man weitere Aspekte wie den Ausbau von Ganztagsangeboten oder eine Erhöhung der Vertretungsreserve, müssten in den kommenden 15 Jahren 10 500 neue Stellen geschaffen werden.

Jede elfte Stunde fällt aus

Hintergrund der Forderung von Moritz ist eine von der GEW in Auftrag gegebene Studie des Essener Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm zum Lehrerbedarf. Auf dieser Basis legte Moritz einen 14-Punkte-Plan vor, um den Pädagogenmangel zu bekämpfen. So soll es für Lehrer mehr Anreize geben, dass sie in höherem Alter länger arbeiten als geplant. Zudem soll schwerpunktmäßig an Gymnasien die Vertretungsreserve erhöht werden, und ein Ausbau der Ausbildungskapazitäten sei nötig.

Weil Lehrer ausfallen, findet derzeit jede elfte Stunde im Südwesten nicht wie geplant statt. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verteidigte ihre Politik und verwies unter anderem darauf, dass die Zahl der Studienanfängerplätze für die Grundschulen im Südwesten seit dem Schuljahr 2016/2017 bis heute um 500 erhöht wurde. mis