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Unwetter Zahlreiche Feuerwehreinsätze in ganz Hessen / Eine Stunde lang keine Passagiere abgefertigt / 100 Flüge gestrichen

Gewitter legt Flughafen lahm

Frankfurt.Erst lange gar kein Regen, dann plötzlich ganz viel: Gewitter bringen in kürzester Zeit viel Wasser und den Flugverkehr auf dem Frankfurter Airport durcheinander.

Heftige Gewitter mit Starkregen sind am Freitag über Hessen gezogen. Der Frankfurter Flughafen stellte vorübergehend die Abfertigung von Maschinen und Passagieren ein. In Nord- und Mittelhessen standen Straße und Keller unter Wasser. Bis zum Abend rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit weiteren kräftigen Niederschlägen. „Da kommt noch mehr“, sagte Sprecher Andreas Friedrich. Für Teile von Mittel- und Nordhessen bestanden Warnhinweise auf extremen Unwettern. Die Gewitter tobten seit dem Mittag knapp zwei Stunden lang über Hessen. Besonders stark traf es nach DWD-Angaben die Region um Gießen sowie um den Edersee. Innerhalb kurzer Zeit fielen dort dem Radarnetz der Meteorologen zufolge bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel.

Zu den Schwerpunkten gehörten Wolfhagen und Bad Arolsen. Dort regnete es besonders viel, weil mehrere Gewitterzellen zusammentrafen, wie der DWD erläuterte. In Wolfhagen war der Polizei Kassel zufolge zeitweise eine Straße überflutet. Sie wurde am Nachmittag wieder freigegeben.

In anderen Orten drückte das Wasser Kanaldeckel hoch. Auch Bäume stürzten um. Es sei aber niemand verletzt worden. Twistetal und Trendelburg sowie der Vogelsberg bekamen ebenfalls eine Menge Wasser ab.

In Gießen, Biebertal und Heuchelheim rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben insgesamt 30 Mal aus. Meistens mussten die Hilfskräfte Keller leerpumpen. Ebenso viele Unwettereinsätze zählte die Feuerwehr in Wiesbaden.

Der Frankfurter Flughafen fertigte am Freitagmittag gut eine Stunde lang keine Passagiere ab. Nach Auskunft des Betreibers Fraport wurden mehrere Flüge annulliert. Das geschehe routinemäßig aus Sicherheitsgründen, wenn vor Blitz und Donner im Umkreis von acht Kilometern gewarnt werde, sagte ein Sprecher. Ein Aufenthalt im Freien auf dem Flugfeld sei dann verboten. An Deutschlands größtem Airport sollten am Freitag rund 230 000 Passagieren ankommen oder wegfliegen. Von insgesamt 1560 Starts und Landungen wurden bis zum Nachmittag 100 gestrichen. lhe