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Verkehr Streckenarbeiten laut Behörde und Bahn unvermeidlich

Großbaustellen mitten in der Ferienzeit

Archivartikel

Koblenz/Frankfurt.Sommer, Sonne und Schulferien von diesem Samstag an – doch dann ärgern sich Hunderttausende über Baustellen auf Autobahnen und Bahnstrecken in Rheinland-Pfalz. Muss das mitten in der Hauptreisezeit sein? Ja, sagen Straßenbauverwaltung und Deutsche Bahn.

„Allein aus Gründen der erforderlichen Bauzeit ist es unmöglich, nicht in der Ferienzeit zu bauen“, betont die Sprecherin des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, Verena Blümling. „Die Ferien in den einzelnen Bundesländern beginnen und enden unterschiedlich. Die Zeitspanne zwischen den Ferien ist zu kurz.“

Eine fünf Kilometer lange, grundhafte Erneuerung einer Autobahn mit womöglich einer Brückensanierung und neuen Schutzeinrichtungen dauere etwa fünf bis sechs Monate. Gebaut werden könne aber grundsätzlich nur von Anfang April bis Ende November. Somit seien Baustellen in der Sommerreisezeit nicht zu vermeiden – zumindest nicht mit einer wirtschaftlichen Vergabe der Arbeiten an Fachfirmen.

„Die warmen Temperaturen und trockenen Witterungsbedingungen wirken sich positiv auf die Qualität der Bauleistung aus, die längere Helligkeit verkürzt die Bauzeit.“ Viele Instandsetzungsarbeiten könnten nur bei bestimmten Temperaturen und Tageslicht ausgeführt werden. „Wir vermeiden allerdings, dass zu Beginn und zum Ende der Reisezeit Baustellen eingerichtet oder abgebaut werden.“

Und die Deutsche Bahn? Die versucht laut einem Sprecher sogar besonders viele Arbeiten in die Ferienzeit zu legen – weil dann weniger Pendler unterwegs seien.

Sechsspuriger Ausbau

Zahlreiche Autobahnen der Nachkriegszeit sind in die Jahre gekommen und müssen dringend saniert werden. Auf der A 61 erzwingen laut Blümling gleich mehrere Baustellen Tempolimits. Zwischen Rheinböllen und Stromberg wird die Nord-Süd-Route sechsstreifig ausgebaut. Zwischen Boppard und Koblenz sowie zwischen Wehr und Niederzissen setzen Firmen die Fahrbahnen der A 61 instand. Das Gleiche passiert auf der A 3 zwischen Montabaur und Diez.

Beim Kreuz Mainz-Süd entsteht eine neue Brücke. Auf der A 6 werden zwischen Frankenthal und Ludwigshafen-Nord die Fahrbahnen erneuert, ebenso auch auf der A 650 zwischen Ruchheim und Ludwigshafen. Bei Koblenz sanieren Firmen Teile der Rheinbrücke der A 48: Bei der Rhein-Mosel-Stadt werden derzeit drei Straßenbrücken über den Rhein gleichzeitig erneuert. Auch an der neuen wichtigen Schiersteiner Brücke der A 643 zwischen Mainz und Wiesbaden wird noch längere Zeit gebaut.

Einsatz von Bussen

Zugleich gibt es viele Bahn-Baustellen. Wegen Bauarbeiten an einer Brücke in Landau kommt es nach Angaben der Bahn im Juli zwischen Kaiserslautern und Karlsruhe zu Verspätungen und Ausfällen. Vom 13. bis 24. Juli verkehren streckenweise Busse statt der Linien RE 6, RB 51, RB 53 und RB 55.

Auch zwischen Kusel und Kaiserslautern müssen sich Bahnfahrer auf Ausfälle und veränderte Fahrzeiten einstellen. Zahlreiche Züge halten nicht in Steinwenden. Zwischen Kusel und Glan-Münchweiler fahren sie knapp 30 Minuten früher ab und von Glan-Münchweiler bis Landstuhl verkehren Busse. Der Grund ist der Umbau eines Bahnsteigs in Steinwenden.

Vom 1. bis 14. Juli gibt es eine Baustelle zwischen Saarbrücken und Pirmasens. Zwischen Rohrbach und Pirmasens wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Deswegen müssen sich Reisende auf geänderte Fahrzeiten zwischen Saarbrücken und Würzbach vorbereiten.

Auch im Trierer Bahnhof wird gebaut: Die Bahnlinien RE 1, RE 11, RB 71, RB 81 und RB 82 fahren später und halten an abweichenden Gleisen. Der RB 33755 fällt vom 1. bis 5. und vom 8. bis 12. Juli zwischen dem Trierer Hauptbahnhof und Karthaus aus. Stattdessen fährt ein Bus. Vom 13. Juli an sollen die Züge wieder nach dem Fahrplan fahren.