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Umwelt Landesregierung will den CO-Ausstoß bei Landesgebäuden bis 2030 um 65 Prozent reduzieren

Grün-Schwarz verschärft Klimaziele für Gebäude

Stuttgart.Die grün-schwarze Koalition will bei den rund 7800 vom Land betriebenen Gebäuden in den nächsten Jahrzehnten massiv CO2 einsparen. Laut einer Kabinettsvorlage von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) soll der CO2-Ausstoß bei den landeseigenen Liegenschaften bis 2030 um mindestens 65 Prozent reduziert werden. Bis 2040 sollen die Emissionen um mindestens 80 Prozent gesenkt werden, bis 2050 um mindestens 90 Prozent.

Die Klimaziele beziehen sich – wie auch auf nationaler und internationaler Ebene – immer auf den CO2-Ausstoß im Basisjahr 1990. „Im Klimaschutzgesetz für Baden-Württemberg ist die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand verankert“, schreibt Sitzmann in dem Regierungspapier, das dieser Zeitung vorab vorliegt.

Für die Regierung sei der CO2-Ausstoß der Landesgebäude wichtig, denn dieser Bereich trage „mit einem Anteil von über 80 Prozent maßgeblich zur CO2-Bilanz der Landesverwaltung bei“, erklärt Sitzmann weiter.

Erneuerbare Energien im Fokus

Mit dem neuen Konzept, das am kommenden Dienstag im Kabinett verabschiedet werden soll, schreibt Grün-Schwarz das unter der Vorgängerregierung im Jahr 2012 verabschiedete Energie- und Klimaschutzkonzept fort.

In diesem war festgeschrieben, dass bis 2020 im Vergleich zu 1990 der CO2-Ausstoß in Landesgebäuden um 40 Prozent reduziert werden soll. Das Land kann sich zugutehalten, dieses Ziel bereits bis zum Jahr 2017 – es waren damals sogar mehr als 50 Prozent – erreicht zu haben. Die Ziele bei Landesgebäuden will Grün-Schwarz zum einen durch eine weitere Reduktion des Energieverbrauchs erreichen, zum anderen durch die zunehmende Ersetzung fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien.

Die Regierung plant hierzu bis zum Jahr 2023 jährliche Investitionen in Höhe von rund 80 Millionen Euro ein. „Die ehrgeizige Fortschreibung der CO2-Ziele für Landesliegenschaften bis zum Jahr 2050 ist zu begrüßen. Diese ist zwar ambitioniert, aber machbar“, erklärt für die CDU deren Finanzexperte Tobias Wald auf Anfrage. Eine der zentralen Maßnahmen ist der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf den Landesgebäuden. Deren Gesamtfläche soll von derzeit etwas mehr als 100 000 Quadratmetern bis 2025 auf 130 000 Quadratmeter und bis 2030 schließlich auf mindestens 175 000 Quadratmeter erweitert werden.

Während Grün-Schwarz bei den eigenen Liegenschaften Erfolge vorweisen kann, wurden die für das Land insgesamt gesteckten Ziele bis 2020 verfehlt. Dass es nicht reicht, liegt laut Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) vor allem am hohen CO2-Ausstoß beim Verkehr. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien – vor allem der Windkraft – verläuft schleppend. Zudem seien Einsparmöglichkeiten bei Weitem nicht ausgeschöpft.

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