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Ausgrabungen Knochen von 20 bis 25 Menschen entdeckt

Gruseliger Fund

Archivartikel

Allensbach.Nur wenige Knochenstücke ragen aus dem Boden. Doch den beiden Archäologen Jürgen Hald und Michael Francken kann der Fund dennoch viel erzählen: „Das hier ist ein Unterarmknochen, da drüben ein Halswirbel, hier ein Stück Kieferknochen“, sagt Francken und zeigt nacheinander auf die Knochenteile. Um wen es sich handelte, welches Alter der Mensch hatte, ob es ein Mann oder eine Frau war – das alles werden die Wissenschaftler später noch genauer im Labor untersuchen. Relativ sicher lässt sich auf den ersten Blick aber schon sagen: Das Skelett gehörte zu einem Menschen, der vor mehreren Hundert Jahren auf einer Waldlichtung bei Allensbach im Kreis Konstanz getötet wurde.

Denn die Knochenteile liegen auf einer Hinrichtungsstätte. Ausgrabungsleiter Jürgen Hald vom Landratsamt Konstanz hat sie mit seinem Team Anfang April entdeckt. Auf der rund 700 Quadratmeter großen Fläche fanden die Forscher zwei gemauerte Fundamente, die die Pfeiler eines rund vier Meter hohen Galgens bildeten. In Gruben darunter und neben dem Galgen stießen die Archäologen auf mehrere Skelette, zudem fanden sie verbrannte Knochenreste in Brandgruben auf dem Gelände. Insgesamt wurden Überreste von 20 bis 25 Menschen entdeckt.

Raubmörder gehängt

Wann genau der Platz entstand, ist nicht bekannt. Es gebe aber Archivaufzeichnungen darüber, dass der Galgen 1653 neu aufgerichtet wurde. Verbürgt seien die Hinrichtungen ab dem 16. Jahrhundert, die meisten habe es im 17. und 18. Jahrhundert gegeben, sagt Hald. „Laut noch unbestätigten Aufzeichnungen soll die letzte Exekution um 1770 stattgefunden haben.“ Ein Raubmörder, der einen Viehhändler getötet haben soll, sei gehängt worden. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Galgen abgebaut.

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