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Denkmal Bewerbung um den Status „Weltkulturerbe“ für Künstlerkolonie / Unesco entscheidet im kommenden Jahr

Gute Chancen für Mathildenhöhe

Darmstadt.Die Bewerbung um den Status „Weltkulturerbe“ für die Darmstädter Mathildenhöhe läuft aus Sicht der Stadt erfolgversprechend. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sagte gestern, er sehe „sehr gute Chancen“, dass die Künstlerkolonie im Sommer 2020 von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt wird. So habe am Vortag ein international besetztes Beratergremium die detaillierte Bewerbung der Stadt als sehr positiv bewertet. Dieses „Advisory Board“ begleitet den Darmstädter Bewerbungsprozess seit 2015.

Besucherzentrum geplant

Partsch zufolge will sich eine Delegation der Unesco im Sommer vor Ort über die Vorhaben rund um die Mathildenhöhe informieren. Wie der Rathauschef hinzufügte, hat die Stadt in enger Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen belegt, dass die Mathildenhöhe ein wichtiges Ereignis für die Entwicklung der Architektur und Landschaftsgestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete. Mit vier Ausstellungen zwischen 1901 und 1914 habe die Künstlerkolonie im internationalen Vergleich „ein einzigartiges architektonisches und skulpturales Ensemble“ hervorgebracht.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die für ihre Jugendstilbauten berühmte Mathildenhöhe nach dem Willen Deutschlands Weltkulturerbe werden soll. Das hatte die Kultusministerkonferenz in Berlin mitgeteilt. Bis zur Anerkennung gebe es viel zu tun, sagte Partsch. So sollen sämtliche Häuser der Künstlerkolonie restauriert werden. Außerdem ist der Bau eines Besucherzentrums geplant. Das sei wichtiger Bestandteil der Bewerbung. Die Stadt habe sich gegenüber der Unesco verpflichtet, „ihr Kulturerbe auf der Mathildenhöhe zu erfassen, dauerhaft zu erhalten und die Bedeutung dieser Stätte künftigen Generationen zu vermitteln“, fügte Partsch hinzu. Daher spiele auch die Sanierung des Ausstellungshauses eine wichtige Rolle. Der Bau soll 2020 wieder eröffnet werden – mit einer Schau der städtischen Kunstsammlung. Ende 2019 soll die etwa 22 Millionen Euro teure Sanierung abgeschlossen sein.

In Hessen wurde der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel im Jahr 2013 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Auch die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal – es liegt zum Teil in Hessen – befindet sich seit 2002 auf dieser Liste. Der „Obergermanisch-Raetische Limes“ zwischen dem Rhein und der Donau ist seit dem Jahr 2005 ebenfalls ein Weltkulturerbe. Daran beteiligt sind neben Hessen auch Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Das Kloster Lorsch, eine ehemalige Benediktiner-Abtei im südhessischen Lorsch, wurde 1991 als erstes Weltkulturerbe in Hessen anerkannt. lhe