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Gesundheit Verbraucherschutzminister empfiehlt für Salben, Seifen und Shampoos Apotheken oder Drogeriemärkte

Hauk warnt vor Kosmetik-Kauf im Netz

Archivartikel

Stuttgart.Kosmetische Produkte, die online bestellt werden, weisen oft Mängel auf. Dies erklärte Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) gestern in Stuttgart bei der Vorstellung des neuen Jahresberichts zur Überwachung von Lebensmitteln und anderen Produkten. Sei es Shampoo oder Haarglättemittel – bei einer Untersuchung des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe (CVUA) kam heraus, dass es bei etlichen Angeboten im Internet Probleme gebe, sagte Hauk. Von 26 Proben seien sechs als gesundheitsschädlich eingestuft worden. Zudem waren 21 Produkte falsch gekennzeichnet.

„Ich kann nur raten, bei Kosmetik-Bestellungen im Internet vorsichtig zu sein“, so der CDU-Politiker. Allerdings sei es nur sehr schwer möglich, den Anbietern im Netz das Handwerk zu legen. Käme man den Verkäufern solcher Produkte auf die Schliche, würden diese oft einfach die Produkte auf einer anderen Internetseite erneut anbieten. Insgesamt hat das Verbraucherschutzministerium für den neuen Bericht über 81 000 Betriebe in mehr als 120 000 Besuchen kontrolliert. Bei 17 Prozent der Firmen wurden Verstöße festgestellt.

Von den etwa 47 700 Proben an Kosmetikprodukten, Lebensmitteln oder auch Tabakerzeugnissen wurden 19 Prozent beanstandet. Allerdings ist der als gesundheitsschädlich befundene Anteil der Proben mit 0,3 Prozent sehr gering. Der überwiegende Teil war auf irreführende Aufmachung zurückzuführen. Der 47-seitige Bericht beschäftigt sich mit stark nachgefragten Produkten genauso wie mit Lebensmitteln, die seltener über die Ladentheke gehen. So seien Kokosnüsse nicht immer frisch. „Die Verbraucher können äußerlich häufig nur schwer feststellen, ob eine Kokosnuss in Ordnung ist. Meist erkennt man erst mit dem Öffnen der Frucht ihren Zustand“, sagte Hauk. Kokosnüsse mit verschimmelter oder beschädigter Schale sollten nicht gekauft werden, denn es könnten Mikroorganismen in das Innere eindringen und zum Verderb führen.

Schadstoffe in Plastik-Ersatz

Weiter warnte Hauk davor, dass nicht jeder Plastikersatz tatsächlich auch sinnvoll ist. So habe man festgestellt, dass das oft verkaufte Bambusgeschirr Kunststoffe wie Melamin enthalte, das auf Lebensmittel übertragen würde. Bei etlichen Proben sei der zugelassene Grenzwert für Melamin überschritten gewesen. Deswegen seien die weit verbreiteten Coffee-to-go-Becher aus Bambus in vielen Fällen für heiße Lebensmittel nicht geeignet. Um auch in Zukunft eine umfassende Kontrolle von Lebensmitteln zu gewährleisten, hat Hauk für den Doppelhaushalt, den Grüne und CDU gerade verhandeln, 50 neue Stellen für Veterinär- und Untersuchungsämter angemeldet. Hauk stellte klar: „Das Land misst der Sicherheit der Lebensmittel den höchsten Stellenwert bei.“

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