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Polizei Konzept für die Ausbildung von Beamten fehlt

Heftiger Streit um Standorte

Stuttgart.Das Innenministerium in Stuttgart gerät wegen Debatten um neue Standorte und der Erweiterung bestehender Einrichtungen für die Aus- und Fortbildung von Polizisten unter Druck. Baden-Württemberg benötigt für alle Aus- und Fortbildungsebenen mehr Kapazitäten. Das betrifft sowohl die Polizeischulen als auch die Fort- und Weiterbildungseinrichtungen und auch die Erweiterung der Hochschule der Polizei in Villingen-Schwenningen. Weil das Land in den nächsten beiden Jahren jeweils 1800 junge Polizisten einstellen will, drängt die Zeit.

Ein Standortkonzept lässt weiter auf sich warten. Das sorgt für Unruhe in den Kommunen, die sich als Standort ins Gespräch bringen wollen. Als neue Standorte neben den bestehenden Polizeischulen in Biberach, Lahr und Bruchsal gelten nach Angaben des Innenministeriums Herrenberg und Wertheim als gesetzt. Dagegen hat sich der Fokus für einen weiteren Standort auf der Alb verschoben. Als Fortbildungsstandort bleibt Böblingen bestehen.

Noch unklar ist, wie die Polizeihochschule selbst erweitert wird. In Villingen-Schwenningen studieren derzeit 980 Beamte, im kommenden Wintersemester sind es 105 mehr. Bereits jetzt stehen weder ausreichend Unterrichts- noch Unterbringungskapazitäten zur Verfügung.

Proteste gegen Wertheim

Gegen die Überlegung, eine Zweigstelle der Hochschule in Wertheim einzurichten, haben sich sowohl der Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen, Robert Kubon (SPD), als auch Vertreter der Polizeigewerkschaft ausgesprochen. Eine Erweiterung sei vor Ort möglich. Eine Entscheidung soll laut Innenministerium bis Jahresende fallen. Der entscheidende Faktor seien die Haushaltsbeschlüsse. (bub)