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Tourismus Übernachtungszahlen brechen Rekord / Zuwachs von knapp fünf Prozent / Land entwickelt globale Werbestrategie

Hessen bei Gästen immer beliebter

Wiesbaden.Der Tourismus in Hessen hat im vergangenen Jahr Rekordzahlen erreicht. Die Branche verbuchte sowohl bei den Übernachtungen als auch bei den Gästezahlen neue Spitzenwerte, wie das Statistische Landesamt gestern in Wiesbaden mitteilte. Trotz des anhaltenden Wachstums gab es jedoch regionale Verlierer, die teils deutliche Rückgänge bei den Übernachtungen verbuchen mussten.

Insgesamt kamen 2017 rund 15,3 Millionen Gäste nach Hessen, was einem Zuwachs von 5,1 Prozent gemessen am Vorjahr entspricht. Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels, Pensionen und Campingplätzen stieg um 4,6 Prozent auf 34,1 Millionen. Damit verzeichnete die Branche laut Landesamt zum achten Mal in Folge einen Zuwachs.

Unter den Gästen kamen 11,4 Millionen aus anderen Bundesländern und 3,9 Millionen aus dem Ausland nach Hessen. Die Übernachtungszahlen der inländischen Besucher stiegen um 4,4 Prozent auf 26,4 Millionen. Bei den ausländischen Gästen wurde ein Plus von 5,4 Prozent auf 7,7 Millionen registriert.

Hessen will das Geschäft gerade mit Ausländern weiter ausbauen. Dafür lasse das Land eine neue globale Werbestrategie entwickeln, kündigte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) an. Im vergangenen Jahr hätten hohe Zuwachsraten bei den Übernachtungen indischer und chinesischer Gäste gezeigt, dass sich gute Marketingkonzepte auszahlten. Die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr waren 2017 bei Indern um rund ein Fünftel gestiegen, bei Chinesen um knapp sechs Prozent.

Er sehe im Auslandsgeschäft weitere Chancen, sagte Al-Wazir. Es gebe etwa mehr Individualreisende aus Ländern, aus denen die Menschen früher fast nur in Gruppen unterwegs gewesen seien. Der Geschäftsführer der Wiesbaden Marketing GmbH, Martin Michel, berichtete von einer gemeinsamen Initiative mit einer großen Klinik, um etwa in Saudi-Arabien für Gesundheitsreisen nach Wiesbaden zu werben.

Regional gab es bei der Tourismusbilanz teils deutliche Unterschiede: Die großen Städte Offenbach (plus 20,3 Prozent), der Documenta-Ausrichter Kassel (17,2) sowie Frankfurt (8,4) legten bei den Übernachtungen kräftig zu. Rückgänge verzeichneten dagegen die Stadt Darmstadt (minus 6,4), der Wetteraukreis (minus 3,1) und der Landkreis Limburg-Weilburg (minus 0,7) sowie der Odenwaldkreis mit minus 0,5 Prozent. lhe