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Sicherheit Polizisten dürfen sogenannte Taser trotz zweitem Todesfall weiter benutzen / Mann stirbt zwei Wochen nach Einsatz

Hessen hält an Elektroschockern fest

Archivartikel

Wiesbaden.Hessen hält trotz eines zweiten Todesfalls nach einem Polizeieinsatz mit Elektroschockern am Taser fest. Es gebe klare Regeln für den Einsatz der Geräte, sagte ein Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag. Diese seien auch bei einem am Mittwoch bekanntgewordenen tödlich verlaufenen Einsatz in Fulda im Januar vergangenen Jahres eingehalten worden. Im Innenausschuss habe Beuth die Abgeordneten bereits im Mai über den Fall informiert.

Die „Frankfurter Rundschau“ hatte darüber berichtet und sich auf eine Anfrage des Linken Hermann Schaus berufen. Schaus forderte, den Einsatz der Taser zu stoppen

Der Todesfall in Fulda ereignete sich nach dem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Zuvor habe ein Mann mit einer scharfen Waffe einen Mitbewohner bedroht. Nachdem dieser einen Diensthund der Einsatzkräfte erschossen habe, sei der Taser nach vorheriger Androhung angewendet worden. Dann Mann sei daraufhin kollabiert und zwei Wochen später gestorben.

Ermittlungen eingestellt

Als Todesursache sei Herzversagen festgestellt worden, sagte der Sprecher. Gegen den SEK-Beamten sei wegen fahrlässiger Tötung ermittelt worden. Die Ermittlungen seien aber eingestellt worden.

Im Mai war ein 49 Jahre alter Mann nach einem Stromstoß mit einem Taser zusammengebrochen und wenige Tage später gestorben. Ein Notarzt hatte die Polizei gerufen, weil sich der Mann aggressiv gegen die Einnahme dringend notwendiger Medikamente gewährt hatte. Nach dem Vorfall nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge im Amt auf. Diese Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Der Innenminister hatte vor einem Jahr bekannt gegeben, dass die Polizei landesweit mit sogenannten Tasern ausgestattet werden solle, die als Distanzelektroimpulsgeräte bezeichnet werden. „Der Taser hat sich bewährt“, sagte er damals. Das Gerät solle die Schusswaffen bei der Polizei nicht ersetzen, sei aber als taktisches Einsatzmittel eine sinnvolle Ergänzung. „Die Waffe hat einen hohen präventiven Effekt, in der Testphase hat oft schon die Androhung des Einsatzes zu einer Deeskalation geführt“, sagte der CDU-Innenminister.

Mit dem Elektroschocker wird ein Täter gleich mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei über Drähte mit der Waffe verbundene Pfeile werden dabei auf eine Person geschossen und übertragen elektrische Impulse auf den Körper. Die sogenannten Distanzelektroimpulsgeräte wurden bereits seit 2017 getestet.