Länder

Kerosin Rheinland-pfälzische Umweltministerin fordert Fakten

Höfken will mehr Tempo

Mainz/Frankfurt.Nach der Verschiebung des Gutachtens über die Folgen des Notablassens von Flugzeug-Kerosin fordert die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) mehr Tempo. „Wir wollen wissen, was für Auswirkungen der Kerosinablass hat auf den Boden, die Biodiversität und die menschliche Gesundheit“, teilte Höfken gestern mit. „Uns ist wichtig, dass die Ergebnisse schnellstmöglich vorliegen, um gegebenenfalls weitere Schlussfolgerungen auf Bundes- und Landesebene daraus ziehen zu können.“ Auch SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer zeigte sich enttäuscht. Die Menschen im Pfälzerwald, in Eifel und Hunsrück bauten darauf, dass rasch klar sei, was über ihren Köpfen passiere.

Auch Hessen betroffen

Flugzeuge lassen in Notlagen Treibstoff ab, um mit weniger Gewicht sicher zu landen. Die Flugsicherung teilt ihnen Gebiete zu. Das „Fuel Dumping“ (Treibstoffablassen) ist vor allem ein Problem im südlichen Rheinland-Pfalz. Von 20 Kerosin-Ablässen zwischen dem 1. Januar und dem 22. Oktober entfielen sieben auf diese Region, geht aus Zahlen des Luftfahrtbundesamtes hervor. Betroffen waren auch Hessen, Sachsen, Thüringen, Bayern oder Niedersachsen. Als Grund galten bei knapp der Hälfte der Fälle technische Probleme, beim Rest fehlten Angaben. Die größte Menge waren 92 Tonnen Ende Juli über dem südlichen Rheinland-Pfalz.

Das Umweltbundesamt (UBA) wollte das Gutachten zu Rückständen und Ablagerungen von Kerosin und Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit ursprünglich bei der Konferenz der Umweltminister in Bremen vorlegen. Sie läuft bis heute. Die Studie wird nun voraussichtlich beim nächsten Treffen in Hamburg 2019 präsentiert. „Es fehlt wissenschaftliche Grundlagenarbeit, um das sinnvoll betrachten zu können“, sagte ein UBA-Sprecher. Außerdem seien zusätzliche juristische Fragestellungen hinzugekommen. lrs