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Freiburg Oberbürgermeister will weiter im Internet punkten

Horn macht seine Jugend zum Thema

Freiburg.Martin Horn ist meist der Jüngste. Der 34-Jährige macht das gerne selbst zum Thema: „Statt langer Lebenserfahrung habe ich Neugier, Engagement und Freude am Beruf im Gepäck.“ Freiburgs Oberbürgermeister ist nach Angaben des Rathauses der jüngste einer deutschen Großstadt. In Freiburg war er der Überraschungssieger des vergangenen Jahres. Er drängte Dieter Salomon (Grüne) aus dem Amt. Salomon, 16 Jahre Oberbürgermeister, nannte seinen Kontrahenten „Praktikant“ – und verlor haushoch.

Nach 14 Monaten im Amt steht er nun mit einem neu gewählten Gemeinderat vor Herausforderungen. Die grün-schwarze Mehrheit, die bislang im Freiburger Gemeinderat herrschte, ist seit der Kommunalwahl Ende Mai Geschichte. Jetzt sind, bunt gemischt, 16 Parteien und Gruppierungen im Kommunalparlament. Und erstmals sitzt, mit zwei Vertretern, auch die rechtspopulistische AfD im Rat.

Lob sogar von den Grünen

„Es ist zu befürchten, dass sich die Debattenkultur in Deutschland, auch bei uns im Gemeinderat, weiter verändern wird“, sagt Horn. Die Kommunen seien ein Spiegelbild der Gesellschaft. In dieser breite sich Populismus aus. Die Politik müsse darauf besonnen reagieren.

Fortsetzen will Horn seine Präsenz im Internet: „Ich wünsche mir, dass moderne Politik die Kommunikation durch Social Media mehr für sich entdeckt.“ Mit seiner „starken Betonung auf Bürgernähe und seinen intensiven Social-Media-Aktivitäten“ sei Horn einer der ungewöhnlichsten Oberbürgermeister im Südwesten, sagt Michael Wehner von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Freiburg. Nach einem anfangs eher inhaltslosen Wahlkampf habe er im Amt Format gewonnen. Auch frühere politische Gegner unterstützen den Oberbürgermeister. „Seine Präsenz und der Dialog auf Augenhöhe überzeugen“, sagt die Chefin der Grünen im Freiburger Gemeinderat, Maria Viethen.

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