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Baumsterben Massive Schäden in Hessens Wäldern / Der Norden leidet unter Borkenkäfern, der Süden an der Trockenheit

Im Herbst soll aufgeforstet werden

Archivartikel

Kassel.Nach starken Waldschäden durch Stürme, Hitze, Dürre und Schädlinge will der Landesbetrieb Hessen Forst mit massiven Aufforstungen beginnen. „In diesem Herbst gehen wir in die Offensive, aber nur wenn die Bodenfeuchte das erlaubt“, sagte André Schulenberg, Sprecher von Hessen Forst, am Freitag in Kassel. Dafür seien mehr als 20 Millionen neue Bäume nötig, was in den nächsten fünf bis zehn Jahren 80 Millionen Euro koste.

Der Staatswald ist laut Hessen Forst auf einer Fläche von über 7000 Hektar – das sind ungefähr 10 000 Fußballfelder – nahezu ohne Bäume. Insgesamt gibt es im Hessen 342 000 Hektar Staatswald. In Nordhessen haben vor allem Borkenkäfer und Stürme den Bäumen zugesetzt. In Südhessen war es die Trockenheit. Die aktuelle Generation von Forstleuten habe eine solche Extremsituation noch nicht erlebt, erklärte Michael Gerst, Landesbetriebsleiter von Hessen Forst: „Es ist für uns kaum zu ertragen, den Wald derart leiden und in Teilbereichen sterben zu sehen – doch vielerorts sind wir gegen die Wetterextreme machtlos.“

Eigentlich sollten die Aufforstungen im vergangenen Herbst beginnen. Doch wegen der Trockenheit habe man so gut wie nichts gemacht. Aus eigener Tasche wird der Landesbetrieb die Aufforstungen nicht bezahlen können. „Da wird das Land was drauflegen müssen“, sagte Hessen Forst. Wie viel, das sei auch von der Entwicklung des Holzpreises abhängig. Damit der Wald Klimaveränderungen widerstehen kann, feilt Hessen Forst am Programm „Mischwald für morgen“. „Im Staatswald werden wir auf vielen Flächen mit natürlicher Waldverjüngung arbeiten und aus dem, was die Natur entstehen lässt, stabile Mischwälder entwickeln“, sagte Gerst. Doch nicht überall verbreiteten sich von Natur aus Baumarten, die zum Standort passen. Das Programm soll zum Beginn der Aufforstungen im Herbst fertig sein. lhe