Länder

Medizin Auch Zahl der Zulassungen von Pflegekräften seit 2015 im Südwesten erneut gestiegen

Immer mehr Ärzte aus dem Ausland

Archivartikel

Stuttgart.In Baden-Württemberg gibt es einen regelrechten Ansturm ausländischer Ärzte und Pflegekräfte, die einen Antrag auf Zulassung stellen. So gingen 2018 insgesamt 4489 Anträge von Ärzten und Pflegekräften aus dem Ausland ein. Dies ist ein neuer Höchststand der vergangenen Jahre. So gab es 2015 rund 1000 Anträge weniger. 2017 lag die Zahl mit 4224 noch rund sechs Prozent unter dem Wert von 2018.

Sprachkenntnisse Voraussetzung

Diese Zahlen nannte das Regierungspräsidium Stuttgart, das landesweit für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen von Ärzten und Pflegekräften zuständig ist, dieser Zeitung. Grund des Anstiegs ist demnach vor allem die immer größer werdende Nachfrage ausländischer Pflegekräfte. Von ihnen gingen 2018 insgesamt 3209 Anträge ein. Dies ist eine Steigerung um mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 2836 Pflegekräfte waren.

Bei den Ärzten war die Zahl der ausländischen Anträge zwar leicht rückläufig und reduzierte sich von 1388 im Jahr 2017 auf zuletzt 1280. Weil die Ablehnungsquote sinkt, erhalten aber immer mehr ausländische Ärzte eine Approbation, werden also zur Berufsausübung in Baden-Württemberg zugelassen. 2018 wurden 956 ausländische Mediziner zugelassen. In den vergangenen beiden Jahren waren es mit 907 im Jahr 2017 und 676 im Jahr 2016 noch weniger. Bei den ausländischen Pflegekräften lag die Anerkennungsquote 2018 und 2017 bei etwa 55 Prozent. Es wurden jeweils mehr als 1500 Bewerber zugelassen.

Für Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) steht die Qualität der ausländischen Bewerber im Vordergrund. „Dort, wo es Hürden gibt, bauen wir sie ab und verbessern die Verfahren, das zeigen auch die enormen Steigerungen bei der Erteilung von Approbationen und Erlaubnissen für die ausländischen Fachkräfte“, erklärte Lucha.

„Unsere Aufgabe als Land ist es, unkomplizierte und fachlich hochwertige Verwaltungs- und Prüfungsverfahren bereitzustellen, damit wir gute Fachkräfte für die Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung gewinnen können“, sagt Lucha weiter.

Wollen Mediziner oder Pfleger ihre Qualifikationen anerkennen lassen, müssen sie neben den beruflichen Kenntnissen auch entsprechende Deutschkenntnisse nachweisen. „Die ausländischen Ärzte lösen unsere Probleme nicht“, erklärt Annette Baumer, Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG). Zudem würden die Krankenhäuser beklagen, dass die Anerkennungsverfahren bei ausländischen Medizinern viel zu viel Zeit benötigten.

Zum Thema