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Südwesten Bahnmitarbeiter in 311 Fällen körperlich attackiert

Immer mehr Übergriffe

Archivartikel

Mannheim.Ob an Tagen von Fußballspielen, Konzerten oder Volksfesten – es gibt immer mehr Übergriffe auf Bahnmitarbeiter in Deutschland. So ist die Zahl 2018 im Vergleich zum Vorjahr um knapp drei Prozent auf 2624 Fälle angestiegen. Auch in Baden-Württemberg steigt die Zahl sukzessive an. Im vergangenen Jahr gab es im Südwesten 311 Vorfälle, bei denen Bahnmitarbeiter attackiert wurden. 2017 waren es 298 Fälle, 2016 noch 257. Dies steht in dem Sicherheitsbericht der Deutschen Bahn AG, der dieser Zeitung vorliegt.

Wegen der hohen Zahl gilt Baden-Württemberg als eines der Schwerpunktländer. Nur in Berlin mit 412 Fällen und Nordrhein-Westfalen mit 688 Fällen gab es 2018 noch mehr Übergriffe. „Und das sind nur die offiziellen Zahlen, die Dunkelziffer ist noch deutlich höher“, sagt Klaus-Dieter Hommel, stellvertretender Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

18 500 Ausfalltage

Bei den Angriffen handelt es sich bundesweit bei 93 Prozent der Fälle um einfache Körperverletzungen. Die schweren sind von 15 Prozent 2017 auf sieben Prozent gesunken. Laut dem Bericht wurden Bahnbeschäftigte im Personennahverkehr häufig Opfer von Attacken, darunter viele Zugbegleiter. Die Übergriffe richteten sich auch gegen Mitarbeiter der DB Sicherheit, die für Ordnung im Zugverkehr zuständig sind.

Im Zusammenhang mit Körperverletzungen gab es bundesweit in diesem Jahr mehr als 18 500 Ausfalltage – im Vergleich zu 2017 ein Anstieg um mehr als 20 Prozent. „Diese Entwicklung macht den Kollegen Angst, zumal jeder ungeplante Fehltag zu Mehrbelastungen in den Betrieben führt, deren negative Auswirkungen auch den Kunden nicht verborgen bleiben“, sagt Hommel.

Zu den Angriffen komme es im Schwerpunkt an Freitag- und Samstagabenden, wenn alkoholisierte Personen involviert seien, sowie bei Großveranstaltungen, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Man wolle solchen Angriffen mit mehr Sicherheitskräften und einer besseren technischen Ausstattung entgegentreten. Dazu gehöre der Ausbau der Videoüberwachung oder der Einsatz von Körperkameras.