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Unternehmen Rheinland-pfälzische Ökonomie verzeichnet Plus von 2,5 Prozent / Minister Volker Wissing zuversichtlich für 2018

Industrie treibt Wachstum voran

Archivartikel

Mainz.Dank des Zugpferds Industrie hat die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz einen Sprung nach vorn gemacht. Im Ländervergleich liegt sie bei der Entwicklung auf Platz vier hinter zwei Stadtstaaten und Bayern. Trotz weltweiter Risiken im vergangenen Jahr ist sie deutlich stärker gewachsen als bundesweit.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – der Wert der im Land produzierten Waren und Dienstleistungen – legte preisbereinigt um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie der Präsident des Statistischen Landesamtes, Marcel Hürter, gestern in Mainz unter Bezug auf vorläufige Berechnungen mitteilte. Rheinland-Pfalz liege damit im Ländervergleich gemeinsam mit Niedersachsen auf dem vierten Platz hinter Bremen, Berlin und Bayern. Deutschlandweit stieg das BIP 2017 um 2,2 Prozent.

„Neuer Spitzenwert“

Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) zeigte sich sehr zufrieden. „Trotz eines weltweit schwierigen Umfeldes haben wir ein sehr gesundes Wachstum hingelegt“, sagte Wissing. „Wir haben beim Export zum achten Mal in Folge einen neuen Spitzenwert erreicht.“ Er verwies aber auf die Diskussion über US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium und auf Auswirkungen des Brexits, des EU-Ausstiegs von Großbritannien. Wissing warb mit Blick auf mögliche Zölle für offene Märkte. Er sagte: „Das kann sich bei uns ganz konkret ganz schnell auch auf den Arbeitsmarkt auswirken.“ Die Unternehmerverbände LVU warnten vor Bundesgesetzen, die die Dynamik bremsen könnten wie Einschränkungen bei flexibler Beschäftigung oder die Mütterrente. Für das laufende Jahr zeigte sich der Minister zuversichtlich. „Es gibt Grund zu hoffen, dass sich dieses Wachstum noch weiter ausbauen lässt“, sagte Wissing. „Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll.“ Im Jahr 2016 war die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz nach früheren Zahlen um 1,5 Prozent gewachsen. Das korrigierten die Statistiker nun auf 0,8 Prozent nach unten.

Zugpferd im vergangenen Jahr war die Industrie. Der Zuwachs der Wirtschaftsleistung lag mit fast sechs Prozent nahezu doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. „Insbesondere die Chemie hat sich 2017 sehr erfolgreich entwickelt“, sagte Präsident Hürter. Im Fahrzeugbau gab es dagegen einen Rückgang. Die Land- und Forstwirtschaft litt unter Wetterkalamitäten und brach bei der Wirtschaftsleistung ein. Die Exporte stiegen nach Angaben der Statistiker um rund fünf Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Die meisten Ausfuhren - fast zwei Drittel - gehen in EU-Länder. Wichtigster Handelspartner ist Frankreich, die Geschäfte gingen allerdings leicht zurück.

Asienreise geplant

Dahinter folgen die USA, wo die Geschäfte trotz Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar besser liefen. China ist neu in den Top Ten der Handelspartner, die Exporte dorthin stiegen um 15 Prozent. Wissing plant für April eine Reise nach China und Vietnam. Er will in China Kontakte mit der Region Xian knüpfen.

Der Minister sagte zu, dass die verstärkten Investitionen in Landesstraßen wie geplant weitergehen sollen. „Ein exportierendes Bundesland braucht eine exzellente Verkehrsanbindung“, sagte Wissing. Im Jahr 2017 seien die Landesmittel vollständig verbaut worden. 2018 sollten zudem mehr Bundesmittel als zuvor abgerufen werden. lrs