Länder

Atomkraft Grenznahe Werke sollen abgeschaltet werden

Initiative gegen alte Meiler

Archivartikel

Stuttgart.Deutschland soll künftig keine Brennelemente mehr an Nachbarstaaten liefern, die grenznah ein altes Kernkraftwerk betreiben. Zudem soll der Bund wieder verstärkt Initiativen unternehmen, damit solche Atommeiler – dazu zählen aus Südwest-Sicht die AKWs im französischen Fessenheim sowie im schweizerischen Beznau und Leibstadt – schnell abgeschaltet werden. Dazu will die baden-württembergische Landesregierung im Bundesrat einen Entschließungsantrag einbringen. Dies hat der grün-schwarze Ministerrat beschlossen. Entschließungsantrag und der dazugehörige Kabinettsbeschluss liegen dieser Zeitung vor. „Angesichts sicherheitsrelevanter Befunde und Ereignisse sowie des Alterungszustands sind eine Reihe grenznaher Kernkraftwerke besorgniserregend“, schreibt Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) in dem Kabinettsbeschluss.

Zuletzt wurde der Reaktor 2 des umstrittenen Kernkraftwerks in Fessenheim (Elsass) vom Betreiber EDF wieder hochgefahren. Er musste am vergangenen Donnerstag nach einem Zwischenfall abgeschaltet werden. Deutschlandweit sieht Grün-Schwarz ein hohes Sicherheitsrisiko durch zwölf alte Kernkraftwerke. Diese befinden sich in Frankreich, Tschechien, Belgien, in den Niederlanden und der Schweiz.