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Stadtzentren Kommunen wollen Dreck vermeiden

Kampf gegen Taubenplage

Archivartikel

Frankfurt.Von manchen als „Ratten der Lüfte“ verschrien, sind Stadttauben wegen ihres Kots ein Dorn im Auge vieler Café-Besucher und Fußgänger. Die Städte versuchen mit Taubenhäusern, die Population einzudämmen und sie von Plätzen und Fußgängerzonen fernzuhalten. Das sei die einzige Möglichkeit, sagte Gudrun Stürmer vom Verein Stadttaubenprojekt Frankfurt gestern. So einfach lassen sich Tauben nicht austricksen, erklärt Berthold Langenhorst vom hessischen Naturschutzbund. Tauben in Ballungsräumen seien schon immer ein Wohlstandsproblem, das durch Müll und Essensreste ausgelöst werde.

Der Trick bei den Taubenhäusern unter anderem in Frankfurt, Darmstadt und Kassel sei es, die Eier der Vögel gegen Attrappen auszutauschen. Dabei müsse man allerdings aufpassen, dass die Tauben keinen Verdacht schöpfen. „Wir lassen schon ab und zu Küken schlüpfen“, sagte Stürmer.

Das Taubenhaus auf dem siebten Deck eines Parkhauses bietet nach Angaben Stürmers Platz für 250 bis 300 Tauben. Zwei weitere Taubenhäuser befinden sich an anderen Stellen in der Innenstadt. Dort würden die Tauben auch regelmäßig gefüttert und medizinisch versorgt, sagte die Expertin. Die entnommenen Eier werden nicht etwa weggeschmissen, sondern den städtischen Raben zum Fressen gegeben, die wiederum Habichte vertreiben.

In Darmstadt betreibt das Tierheim drei Taubenschläge, ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen ein viertes. Das Darmstädter Umweltamt schätzt, dass in der Stadt etwa 5000 Tauben leben – das sind fast so viele wie in der Frankfurter Innenstadt. lhe