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Gericht Fundamentalismus verhindert Einbürgerung

Kein Pass für Libanese

Mannheim.Wer es wegen seiner fundamentalistischen Wertvorstellung ablehnt, Frauen die Hand zu schütteln, darf nach einem Gerichtsurteil nicht eingebürgert werden. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hat den Antrag eines libanesischen Staatsangehörigen deshalb abgelehnt. Die Einstellung des Mannes gewährleiste nicht, dass er sich in die deutschen Lebensverhältnisse einordne, teilte der VGH am Freitag mit. Zuvor hatte der Mann gegen die Ablehnung seines Antrags durch ein Landratsamt erfolglos vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart geklagt.

Der Kläger lehnt nach Darstellung des VGH das Händeschütteln mit jeder Frau ab, weil sie ein anderes Geschlecht hat und damit per se als eine dem Mann drohende Gefahr sexueller Versuchung beziehungsweise unmoralischen Handelns gelte. Der Mann lebt laut Angaben des Verwaltungsgerichtshofs seit dem Jahr 2002 rechtmäßig in Deutschland und ist mittlerweile Oberarzt an einer Klinik. 

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