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Justiz Oberlandesgericht Karlsruhe sieht sich überlastet

Klagen wegen Diesel

Karlsruhe.Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe ächzt unter der Last der Dieselverfahren. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien an den Standorten Karlsruhe und Freiburg bereits mehr Klagen eingegangen als im gesamten Vorjahr, sagte am Dienstag Renate Rohde, Vorsitzende des in Karlsruhe zuständigen Zivilsenats. Am Standort in der Fächerstadt gingen demzufolge bis Ende Mai bereits 350 Fälle ein. Über das gesamte Vorjahr waren es 320. Bis zum Ende des Jahres wird dort mit etwa 800 Klagen gerechnet. „Es bindet unendlich viel Kapazitäten,“ erklärte Rohde weiter.

Bislang erst drei Urteile

Urteile fielen bislang nur in drei Fällen am in Freiburg zuständigen Zivilsenat. Dort hatten Kunden das jeweilige Autohaus mit Erfolg auf die Lieferung eines fabrikneuen Ersatzfahrzeugs verklagt. Inzwischen richteten sich die mit weitem Abstand meisten Klagen gegen die Volkswagen AG direkt, sagte Rohde.

Der Bundesgerichtshof hatte Ende Februar einen sogenannten Hinweisbeschluss vorgelegt. In dieser vorläufigen Bewertung sahen die Karlsruher Richter in der illegalen Abgastechnik betroffener Dieselautos einen Sachmangel. Außerdem hielten sie fest, dass Neuwagenkäufer auch dann einen Anspruch auf ein anderes Auto haben könnten, wenn das ursprüngliche Modell nicht mehr hergestellt wird. Beide Feststellungen erhöhen die Erfolgsaussichten von Dieselklägern. lsw