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Reise Frankfurter Flughafen setzt bei Sicherheitschecks auf moderne Technik / Zusätzliche Kapazität von 1750 Passagieren pro Stunde

Kontrollen werden schneller

Archivartikel

Frankfurt.Am Frankfurter Flughafen laufen die Passagierkontrollen seit Kurzem flüssiger. Grund sind sieben zusätzliche und neuartige Kontrollspuren, die der Betreiber Fraport und die Bundespolizei am Mittwoch offiziell ans Netz genommen haben. Der bereits seit sieben Tagen laufende Probebetrieb habe insbesondere den von Lufthansa genutzten Flugsteig A spürbar entlastet, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei.

Die neuen Spuren können dank einer neuartigen Konfiguration mehr Passagiere und ihr Handgepäck pro Stunde durchschleusen als die bislang eingesetzte Technik. Insbesondere ist es möglich, langsamere Passagiere im Kontrollvorgang zu überholen. Die Bundespolizei nennt für die neue Halle mit sieben Linien eine Kapazität von etwa 1750 Passagieren pro Stunde, grob das Doppelte, was man auf gleicher Fläche mit den hergebrachten Kontrollstellen hätte erreichen können.

Der Flughafenbetreiber Fraport berichtete von einem reibungslosen Betrieb an dem zurückliegenden, bereits sehr reisestarken Wochenende mit weit über 200 000 Passagieren täglich. Man sei froh, nun auch für die kommenden „sehr, sehr starken Tage“ zusätzliche Kapazitäten zu haben, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte. In Bayern und Baden-Württemberg beginnen in den kommenden Tagen die Sommer-Schulferien.

Halle in sechs Monaten errichtet

Die innerhalb von sechs Monaten errichtete Leichtbau-Halle soll nach der großen Reisewelle im Herbst noch einmal für rund sechs Monate geschlossen werden, um abschließende Bauarbeiten zu ermöglichen. Sie ist zunächst provisorisch klimatisiert und Economy-Passagieren vorbehalten. Die neuen Kontrollgeräte werden im Herbst an andere Stellen im Terminal 1 verlagert und die neue Halle zur Wiedereröffnung mit neuen Geräten ausgestattet. Von den 186 Kontrollspuren im größten deutschen Flughafen sind bislang neun mit der neueren Technik ausgerüstet. Im kommenden Sommer will Fraport mindestens 16 neue Spuren im Betrieb haben. Im Sommer 2018 hatten die im internationalen Vergleich langsamen Kontrollen in Frankfurt zu langen Warteschlangen geführt und Kritik insbesondere der Lufthansa hervorgerufen.

Die größeren Flughafenbetreiber mit Fraport an der Spitze wollen der Bundespolizei Aufgaben abnehmen bei der Organisation der Kontrollen mit privaten Dienstleistern. Dazu bräuchte es aber Änderungen im Luftsicherheitsgesetz, über die noch nicht entschieden ist.

Nicht zum Einsatz kommen in Frankfurt neuartige Geräte des Herstellers Smiths Detection, die das Handgepäck mit Hilfe der aus der Medizin bekannten Computer-Tomographie durchleuchten und drei-dimensional darstellen. Beim aktuell laufenden Testlauf in München müssen die Passagiere daher Flüssigkeiten und Computer vor der Kontrolle nicht mehr aus dem Gepäck nehmen.

Projekt schon jetzt ein Erfolg

Laut der zuständigen Regierung Oberbayern hat sich der Durchsatz der Kontrollbahnen um 160 Prozent gesteigert. „Das Projekt wird von allen beteiligten Stellen bereits jetzt als erfolgreich eingestuft und ist zukunftsfähig“, erklärte die Behörden-Sprecherin Verena Gros auf Anfrage der dpa.

Auch die Bundespolizei will die CT-Geräte noch in diesem Jahr auf einem deutschen Flughafen testen, sagte Jasper van Gend, europäischer Vertriebs- und Servicechef bei Smiths Detection. Die Bundespolizei bestätigte das Vorhaben. Eine Entscheidung über den Standort sei aber noch nicht gefallen.