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Attac Globalisierungskritisches Netzwerk feiert in der Frankfurter Paulskirche sein 20-jähriges Bestehen

Kontroverse selbst zum Jubiläum

Frankfurt.Attac und Frankfurt – das hat Tradition. Nicht so sehr wegen der Paulskirchenbesetzung im September 2018, sondern weil sich die Globalisierungskritiker hier im Januar 2000 gründeten. Zum 20-jährigen Bestehen gibt es an diesem Samstag eine Podiumsdiskussion in der Paulskirche – diesmal nicht im Rahmen einer Aktion, sondern mit Einladung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Das Thema: „Zivilgesellschaft unter Druck. Die Bedeutung von kritischem Engagement für die Demokratie.“

Bei der Frankfurter CDU gibt es allerdings Kritik. Die Paulskirche solle nicht einer Organisation für eine Jubiläumsveranstaltung überlassen werden, „deren Aktivisten sich zuvor über einen klaren Hausfriedensbruch in demselben Gebäude Zutritt verschafft haben“, so ein Sprecher der Frankfurter CDU-Fraktion.

„Die Paulskirche ist genau der richtige Ort, um über Demokratie zu diskutieren“, betont dagegen eine Sprecherin von Attac. Auch die CDU sei herzlich eingeladen, zu der Debatte zu kommen: „Wir diskutieren gerne kontrovers.“

Roland Süß (65) aus der Nähe von Heidelberg war vor 20 Jahren mit dabei, als sich in Deutschland Globalisierungsgegner zusammenschlossen. Ihnen ging es um ein Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der internationalen Finanzmärkte, um „eine andere Welt“. Bei den G8-Protesten in Genua wurde das Bündnis einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Für Süß, der sich bei Attac vor allem bei den Themen Welthandel, Handels- und Entwicklungspolitik engagiert, war eine Hauptmotivation, dass es „nicht nur um schlaue theoretische Papiere, sondern konkrete Aktionen“ ging.

Die Studentin Alina Nüßing steht für die jungen Gesichter von Attac. Zieht das Thema Globalisierung denn überhaupt noch in der Generation „Fridays for future“? „Die Fridays-for-future-Bewegung spielt eine riesige Rolle und hat enormen Einfluss auf die Politisierung von jungen Menschen gehabt“, räumt die Bamberger Studentin ein.

Sie selber sei zu Attac gestoßen, weil sie dort sehr viele Themen gefunden habe – auch Feminismus, Antifaschismus und Umweltfragen. Die jungen Klimaaktivisten seien aber für die bei Attac Engagierten ein Auftrieb. Auch wenn Klimagerechtigkeit gerade die jüngeren Mitglieder bewege – auch bei den Diskussionen über Welthandel sei es schon Anfang des Jahrtausends etwa um die Abholzung der Regenwälder gegangen, sagt Süß. Nicht erst seit der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen sehen Süß und Nüßing die Auseinandersetzung mit dem Rechtsruck als wichtiges Thema. Da schließt sich dann wieder der Kreis zur „Zivilgesellschaft unter Druck“ als Diskussionsthema. lhe