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Natur Ab nächster Woche werden über Hessen und Rheinland-Pfalz Tausende der laut trompetenden Vögel zu sehen sein

Kraniche kehren aus dem Süden zurück

Wetzlar/Mainz.Der Frühling nähert sich, und Vogelfreunde in Hessen und Rheinland-Pfalz können sich auf ein Naturschauspiel am Himmel freuen: Experten erwarten die Rückkehr Tausender Kraniche. „Ab nächster Woche kann es wieder Massenflugtage geben“, sagte der Biologe Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen in Wetzlar. „Schon seit Januar sind an wärmeren Tagen Kraniche aus dem Süden zurückgekommen. Das ist ähnlich wie bei den Badetouristen mit ihren Handtüchern und Liegestühlen: Wer zuerst zurückkehrt, bekommt die besten Brutplätze.“

Hessen und Rheinland-Pfalz liegen auf der Hauptroute der Zugvögel von Frankreich in ihre Heimat Skandinavien. Insgesamt werden in der Luft über den beiden Bundesländern laut Langenhorst deutlich mehr als 200 000 Kraniche erwartet. Die laut trompetenden Vögel gelten als Glückssymbole und fliegen hoch oben in auffälligen V-Formationen von 60 bis 200 Tieren.

Dabei macht sich nach Einschätzung von Biologen der Klimawandel bemerkbar. „Die Kraniche fliegen ungefähr zehn Tage später in den Süden und kommen ungefähr zehn Tage früher zurück als vor 30 Jahren“, sagte Langenhorst. „Irgendwann wird dieser Vogelzug nicht mehr so stattfinden wie heute.“

Die Kälte mache Kranichen nichts aus. „Sie haben dickes Gefieder und können das aufplustern.“ Entscheidend sei, ob der Boden gefriere – dann könnten die Vögel nicht mehr genügend Fressen finden. Wegen der milderen Winter ziehen aber nicht mehr alle Kraniche bis nach Spanien und Portugal. „Viele bleiben am Marne-Stausee (Lac du Der-Chantecoq) in Nordfrankreich, wenn es dort mild genug ist.“

Manche wagen sich nach Worten des Biologen schon sehr früh wieder in den Norden. „Wenn es dort zu kühl wird, kommen sie wieder zurück und warten erst ab, bevor sie erneut in den Norden fliegen.“ Dieses Hin und Her sei nicht so selten.

Auch die ersten Störche kommen laut Langenhorst bereits zurück. „Ende Februar geht das richtig los.“ Störche überwintern in Afrika oder im näheren Spanien. Manche Adebare sind nach Worten des Nabu-Biologen auch gleich in Deutschland geblieben. lhe