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Landtagswahl Grüne stellen Kampagne vor / Aufruf zur Briefwahl / SPD hofft auf grün-rotes Bündnis

Kretschmann und die Großplakate

Stuttgart.Die Grünen setzen mit ihrer Kampagne vor der baden-württembergischen Landtagswahl ganz auf die Popularität von Regierungschef Winfried Kretschmann. Das Konterfei des 72-Jährigen kommt auf mehrere Varianten der Großplakate, kündigte Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand am Montag in Stuttgart an. Den Hauptslogan „Grün wählen für Kretschmann“ übernehmen sie aus dem letzten Wahlkampf von 2016. Hildenbrand schwärmte: „Kretschmann ist einer, bei dem man weiß, woran man ist.“

Weil die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie die klassischen Wahlkampfformen mit Kundgebungen und Debatten in offener Runde derzeit unmöglich machen, setzen die Grünen auf digitale Formate. „Kürzer und schneller“ sollen die Veranstaltungen deshalb sein, kündigte Co-Landeschefin Sandra Detzer an. Die Resonanz auf solche Angebote sei bisher gut. Allerdings ist auch eine Renaissance der klassischen Wahlkampfmittel geplant. Die Zahl der Großflächenplakate soll landesweit von 800 auf 1200 steigen.

Ihren inhaltlichen Schwerpunkt legen die Südwest-Grünen im Wahlkampf auf den Kampf gegen den Klimawandel. Hauptthemen sollen außerdem Verkehrspolitik und Artenschutz sein. „Es ist keine banale Frage, wer das Land in dieses entscheidende Jahrzehnt führt“, betonte Kretschmann.

Angesichts der Gesundheitsrisiken werben die Grünen offensiv für die Briefwahl. „Das ist eine sichere und pandemiekompatible Form der politischen Willensbekundung“, sagte Detzer. Der Slogan dazu heißt „Wähl doch, wo du willst“. Die Parteichefs erwarten eine starke Zunahme der Briefwähler. Da die ersten Gemeinden die Wahlunterlagen bereits Anfang Februar verschicken, wollen die Grünen bereits zu diesem Zeitpunkt mit der heißen Phase des Wahlkampfs beginnen. Detzer: „Von da an ist jeden Tag Wahlkampf.“ Einer Verschiebung des Wahltags erteilte Kretschmann eine Absage.

Auch die SPD setzt auf die Briefwähler und plant zwei Werbeoffensiven – die erste Anfang Februar und die zweite ganz klassisch zwei Wochen vor dem Wahltag am 14. März. Während die Grünen nach ihrem Erfolg von 2016 ihr Wahlkampfbudget um ein Viertel auf 1,6 Millionen Euro steigern können, müssen die Genossen den Gürtel enger schnallen. Obwohl sie die Ausgaben deutlich kürzen, liegen sie aber immer noch über den Grünen.

Kampf um Platz 1 vorbei?

Die SPD hat bereits die erste strategische Weichenstellung vorgenommen. Ihr Kampagnenmanager Frank Stauss geht davon aus, dass der Kampf um Platz 1 bereits vorbei ist: „Die CDU hat überhaupt keine Chance mehr, an den Grünen vorbeizuziehen.“ Die Wähler würden entscheiden, wer mit Kretschmann regieren soll. Das Ziel für die SPD müsse heißen: „Rot rein, Schwarz raus aus der Regierung.“ Wunschtraum wäre die Wiederbelebung der grün-roten Allianz, die im Südwesten von 2011 bis 2016 regierte.

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