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Kriminalität Innenminister Beuth sagt Handel Unterstützung zu / Besonders begehrt sind Alkohol und Markenkleidung

Ladendiebe treiben Preise nach oben

Archivartikel

Wiesbaden.Hessens Händler setzen jährlich immense Summen ein, um sich gegen Ladendiebstahl zu schützen. Der Handelsverband geht von einer Größenordnung von 117 Millionen Euro im Land aus. Bundesweit sind es mehr als 1,3 Milliarden , die in präventive Maßnahmen und Sicherheitstechnik gegen Diebstahl, Betrug und Raub fließen.

Trotz dieser kräftigen Investitionen reißen die kriminellen Machenschaften weiter große Löcher in die Budgets der Händler – und sorgen auch für steigende Kosten für die Kunden, weil sich das auf die Warenpreise niederschlägt. Auf insgesamt mehr als 2,4 Millionen Euro belief sich der Schaden im vergangenen Jahr in Hessen, schätzt Hauptgeschäftsführer Michael Kullmann.

Die Erfolgsquote beim Verhindern und Aufklären von Ladendiebstahl bleibt überschaubar. In Hessen wurde zwar im Jahr 2017 ein Rückgang um knapp drei Prozent auf 22 475 Ladendiebstähle verzeichnet, das ist der niedrigste Wert seit 25 Jahren. Durch die mutmaßlich hohe Dunkelziffer von über 98 Prozent besitzen die Statistiken nach Einschätzung von Experten des Kölner Handelsinstituts EHI aber nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit.

Die zur Anzeige gebrachten Fälle lägen in Hessen auf einem historischen Tiefstand, berichtet auch Innenminister Peter Beuth (CDU) und sagt dem Handel weiter Unterstützung im Kampf gegen die Langfinger zu: „Ladendiebstahl ist kein Bagatelldelikt.“ Auch Justizministerin Eva Kühe-Hörmann hatte schon betont, dass sie bei der Strafverfolgung keine Abstriche machen werde. Sie sei dagegen, Bagatelldelikte wie Ladendiebstahl oder Schwarzfahren zu entkriminalisieren.

Besonders im Fokus der Räuber stehen im Lebensmittelhandel Alkohol, Parfüm und Babynahrung. Im Einzelhandel werden Markenkleidung, Sonnenbrillen und Dessous bevorzugt. Dazu kommen Elektromaschinen, Smartphones, Spielekonsolen, Uhren und Schmuck.

Immer mehr Gewalt

Sorge bereitet die immer größere Gewaltbereitschaft. „Es ist zwar nicht so, dass es regelmäßig Prügeleien gibt“, sagt Stefan Siegel, der als Detektiv zwei Sicherheitsfirmen in Wiesbaden leitet. Es gebe aber immer mehr Leute, die sich nach der Tat wehrten. Noch problematischer sei der bandenmäßig organisierte Ladendiebstahl, warnt der Handelsverband Deutschland. lhe