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Corona II Main-Taunus-Kreis verhängt weitere Beschränkungen

Lage in Frankfurt bleibt „ernst“

Archivartikel

Hofheim/Wiesbaden.Der Main-Taunus-Kreis hat am Dienstag weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie eingeführt. So gelte unter anderem eine Sperrstunde ab 23 Uhr und eine Maskenpflicht in Gaststätten, teilte die Kreisverwaltung mit. Zudem dürfen sich unter anderem im öffentlichen Raum nur maximal fünf Personen oder zwei Hausstände treffen. Für öffentliche Vor- und Aufführungen gilt eine Personenobergrenze von 100. Bei privaten Feiern in öffentlichen oder gemieteten Räumen gilt eine Grenze von maximal 25.

Bereits im Laufe des Montags hatte der Kreis den als kritisch geltenden Schwellenwert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Die sogenannte Inzidenz lag nach Angaben von Dienstag bei 59. Einen Schwerpunkt von Infektionen habe es in den vergangenen Tagen in einer Behinderteneinrichtung und einem Pflegeheim gegeben. Der Main-Taunus-Kreis ist die vierte Region, die aktuell in Hessen die Inzidenz von 50 überschreitet. Zuvor war dies in Frankfurt, der Stadt Offenbach und dem Kreis Groß-Gerau der Fall.

Nach den täglich aktualisierten Corona-Zahlen des Sozialministeriums kamen im Land weitere 271 Neuinfektionen hinzu. Die Zahl der Infektionen erhöhte sich damit auf insgesamt 22 310 seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Todesfälle verharrte bei 562. In Frankfurt stieg die Zahl nach Angaben der Stadt weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei aktuell 74,8 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und damit nur noch knapp unter der Marke von 75, ab der die fünfte Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes greift. Dann werde der Planungsstab des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration die Steuerung der medizinischen Lage übernehmen, Frankfurt bleibe aber weiter zuständig, hieß es. „Die Lage ist ernst“, sagten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Nach Offenbach forderte nun auch Frankfurt Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung des Gesundheitsamts bei der Kontaktnachverfolgung an. Die Stadt Offenbach berichtete am Dienstag von einer Inzidenz von 79,1, der Landkreis Groß-Gerau von einem Wert von 55,1.

Kritik an Beherbungsverboten

Unterdessen forderte Hessens SPD-Chefin Nancy Faeser ein Ende der coronabedingten Beherbergungsverbote. Sie seien „wirkungslos“ und in der Praxis „nicht handhabbar“, erklärte sie. Es gebe keine belastbaren Belege dafür, dass Reisen innerhalb Deutschlands nennenswert zum Anstieg der Corona-Fallzahlen beigetragen hätten. Das Beherbergungsverbot treffe unterschiedslos alle, die das Pech hätten, im falschen Postleitzahlenbezirk zu wohnen. „Entscheidend für die Risikobewertung ist aber nicht der Wohnort, sondern das individuelle Verhalten.“ lhe