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Sicherheit Mangel an Ausbildern für Polizisten

Land rekrutiert Pensionäre

Archivartikel

Stuttgart.In Baden-Württemberg werden Polizei-Pensionäre zurückgeholt, damit die Ausbildung des Polizeinachwuchses aufrecht erhalten werden kann. „Es haben sich inzwischen 144 Pensionäre beworben“, erklärt der polizeipolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Siegfried Lorek, dieser Zeitung. Das Stuttgarter Innenministerium bestätigte die Zahl.

Im Haus von Ressortchef Thomas Strobl (CDU) heißt es, zur Bewältigung der Einstellungsoffensive seien kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte nötig. Diesen Bedarf sollen Pensionäre abdecken. Hintergrund ist, dass in Baden-Württemberg 2018 und 2019 jeweils 1800 neue Polizeianwärter eingestellt werden sollen. Dies plant Strobl, um am Ende der Legislaturperiode die Zahl der Polizeistellen insgesamt um 1500 zu erhöhen – trotz der Pensionierungswelle. Darauf hat sich die grün-schwarze Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt. Soll die Einstellungsoffensive bewältigt werden, sind an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg mit ihren sechs Ausbildungsstandorten zusätzliche Lehrkräfte nötig.

Langjährige Erfahrung

Laut Innenministerium gibt es aktuell im Südwesten rund 300 Lehrer, die Polizisten ausbilden. Es wird aber prognostiziert, dass bis 2020 rund 350 Fachlehrer nötig sein werden, um den Ausbildungsansturm bewältigen zu können. Deswegen werden auch die Pensionäre benötigt. „Sie verfügen über eine langjährige Erfahrung und können den Polizeianwärtern viel beibringen“, sagt Lorek. Wie viele der Bewerber tatsächlich wieder als Ausbilder arbeiten können, sei schwer abzuschätzen. „Ich rechne aber mindestens mit einer hohen zweistelligen Zahl“, so Lorek. Unterrichten Pensionäre wieder, erhalten sie eine Stundenvergütung von 20,60 Euro für Auszubildende im mittleren Dienst und von 25,70 Euro im gehobenen Dienst. Ihre Pension bleibt unberührt. mis

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