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Zuschuss 117 Millionen Euro fließen in Projekte / Sanierungsstau bereits „ein großes Stück“ verringert

Land unterstützt Umbau an Ganztagsschulen

Stuttgart/Rhein-Neckar.Das Land Baden-Württemberg bezuschusst zahlreiche Schulbauprojekte: In diesem Jahr gehen rund 98 Millionen Euro an Projekte an öffentlichen Schulen, hinzu kommen mehr als 19 Millionen Euro für Bauvorhaben an Ganztagsschulen. Das teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit.

Gefördert werden schulische Um-, Neu- und Erweiterungsbauten. Vorraussetzung sei ein langfristiger Bedarf, zum Beispiel in Folge gestiegener Schülerzahlen oder als Ersatz für Räume, die „nicht mehr schulischen Anforderungen entsprechen“, heißt es vom Ministerium. „Schulgebäude müssen immer wieder an die sich verändernden Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte angepasst werden“, wird Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in einer Mitteilung zitiert.

Bildungseinrichtungen im Wandel

Viele deutsche Schulen haben unübersehbar Sanierungsbedarf. Eine Sprecherin des Ministeriums führt zudem aus, an Schulen setze man heute verstärkt auf verschiedenste Lernformen. Neben Frontalunterricht unterrichte man in Werkstätten oder Schüler lernten in Lernkojen. Lehrkonzepte beinhalteten heutzutage auch Bewegung oder seien ein Mix aus Einzel- und Gruppenarbeiten – das schlage sich im Bau nieder.

Im sogenannten Ganztagsbauförderungsprogramm 2019 erhalten Schulträger die anfangs genannten Zuschüsse von 19 Millionen Euro für insgesamt 46 Baumaßnahmen. Gefördert werden die zusätzlich erforderlichen, ganztagstypischen Räume und Flächen für Essens-, Betreuungs-, und Freizeitbereiche. Gerhard Kleinböck, schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sagte am Mittwoch in Weinheim beim Besuch eines Privatgymnasiums, das Land sei „Schlusslicht“ bei der Beschulung in Ganztagsschulen. Dies zeige, „dass im Ländle noch einiges getan werden müsse, um Bildungsgerechtigkeit herzustellen“, so Kleinböck. Die gesamte Schulbau-Fördersumme liegt in diesem Jahr rund fünf Millionen Euro unter der des Vorjahres. Trotzdem soll Unterstützung bei Sanierung weiter im Fokus stehen, betont das Ministerium. Die Landesregierung hat für die Jahre 2017 bis 2019 einen kommunalen Sanierungsfonds aufgelegt, der zu 80 Prozent für Schulsanierungen eingesetzt wird. Durch den Fonds und das Bundesprogramm habe man den Sanierungsstau an Schulen bereits ein großes Stück abbauen können, so Eisenmann. „Dennoch gibt es weiterhin Handlungsbedarf“, konstatiert die Ministerin.

Deshalb sollen im Doppelhaushalt 2020/2021 für die Sanierungsförderung Mittel im Haushalt verankert werden: „Und zwar jährlich 100 Millionen Euro“, so Eisenmann.

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