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Friedrichshafen Die von RAF-Terroristen entführte Flugmaschine soll Teil einer Ausstellung werden

„Landshut“ wartet auf Restaurierung

Archivartikel

Friedrichshafen/Stuttgart.In Rumpf, Tragflächen und Triebwerke zerlegt, liegt die 1977 von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine „Landshut“ in einer Halle des Flughafens Friedrichshafen. Sie wird dort noch eine ganze Weile auf ihren Zusammenbau und die Restaurierung warten müssen. Denn der ursprüngliche Termin der Präsentation der Boeing 737 als Mittelpunkt eines neuen Museums, das an den RAF-Terror vor mehr als 30 Jahren erinnert, ist nicht zu halten.

Das hat der Sprecher des Dornier-Museums in Friedrichshafen, Philipp Lindner, auf Anfrage bestätigt. „Wir müssen den Termin auf 2020 verschieben“, so Lindner. Als Grund nannte er die zähe Regierungsbildung in Berlin, wo Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Berufung des wissenschaftlichen Beirats für das „Landshut“-Projekt begleitet hat. Dieses war vom früheren Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) durch den Kauf der schrottreifen Maschine angeschoben worden. Bei der Ankunft der Boeing am Bodensee im vergangenen September war eine Präsentation der restaurierten Boeing im Oktober 2019 – 43 Jahre nach der Befreiung der 91 Geiseln durch die Eliteeinheit GSG 9 – angekündigt worden. Auf der ersten Sitzung am 16. April in Friedrichshafen hat der siebenköpfige Beirat Paula Lutum-Lenger zur Vorsitzenden gewählt. Sie ist stellvertretende Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart und war 2013 Projektleiterin der Ausstellung „RAF. Terror im Südwesten“. Nach Auskunft von Dornier-Sprecher Lindner wird der Beirat bis zum Herbst ein konkretes Ausstellungskonzept erarbeiten.

Dem Gremium gehören neben Lutum-Lenger folgende Experten an: Johannes Hürter vom Münchner Institut für Zeitgeschichte, der Anwalt und RAF-Experte Butz Peters, Dietmar Preißler vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, der Autor und Journalist Martin Rupps, die Göttinger Historikerin und Professorin Petra Terhoeven sowie Robert Kluge, Kurator der Ausstellung „Moderne Luftfahrt“ im Deutschen Museum in München. Ob Techniker der Lufthansa die „Landshut“ renovieren, steht laut Sprecher Lindner erst nach einer Ausschreibung fest. Er gehe aber davon aus, dass Lufthansa Technik das Projekt übernehmen könne und wolle. Die Arbeiten könnten ein halbes Jahr dauern. Das sei zwar „sportlich“, aber machbar.