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Bildung Kultusminister stellt Konzept zum Schuljahresbeginn vor / Opposition kritisiert Lehrermangel

Lorz: 1000 Lehrerstellen zusätzlich

Archivartikel

Wiesbaden.Die Unterrichtsversorgung an Hessens öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen ist im neuen Schuljahr überall im Land sichergestellt. Das hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) gestern in Wiesbaden versichert. Für die 760 000 Schüler stehen 54 100 Lehrer und Fachkräfte zur Verfügung. Das sei ein Plus von 1000 zusätzlichen Stellen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Damit seien Hessens Schulen mit einer Lehrerzuweisung von mindestens 105 Prozent im Landesschnitt im Vergleich mit den anderen Bundesländern einmalig gut versorgt.

Grundschulen stark betroffen

Die Landtagsopposition kritisierte dagegen die anhaltende Personalknappheit gerade an den Grundschulen. „Jedes Schulkind weiß, dass Unterricht ausfällt, weil Lehrermangel herrscht“, erklärte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. Vertretungsunterricht sei reine Betreuung. Der FDP-Angeordnete Wolfgang Greilich sprach von einem wachsenden Problem, dass der Minister nicht wahrhaben wolle. Besonders betroffen seien die Grundschulen und an den weiterführenden Schulen die Fächer Kunst, Physik und Chemie.

Die Linken-Bildungsexpertin Gabi Faulhaber warf dem Kultusminister wegen der Probleme Schönfärberei und Selbstlob vor. Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach von Selbstbeweihräucherung, da an den Schulen weiter Lehrermangel herrsche. Die Landesregierung müsse deswegen weiter um Lehrernachwuchs werben, Lehrkräfte aus bilden und dieses qualifizierte Personal an die Schulen bringen, forderte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann.

Nach Angaben des Kultusministers stiegen die Bewerberzahlen für ein Referendariat an den Grundschulen jedoch zuletzt deutlich an. Die Lage auf dem Lehrkräftemarkt werde aber noch über Jahre angespannt bleiben. Insgesamt würden für die Abdeckung des in den Stundenplänen vorgesehenen Unterrichts rund 38 000 der gesamten Stellen benötigt. Der Rest entfalle auf zusätzliche Aufgaben an den Schulen wie die Inklusion und die Sprachförderung für Flüchtlinge.

Von den rund 50 000 Schülern, die seit 2015 durch Flucht und Zuwanderung nach Hessen kamen, seien nun mehr als 31 000 aus Intensiv- in Regelklassen gewechselt, teilte der Minister mit. Voraussetzung dafür waren ausreichende Deutschkenntnisse. Insgesamt würden mehr als 2400 Stellen für die sprachliche Förderung von Zuwanderern zur Verfügung stehen. Dazu werde im neuen Schuljahr auch die Qualifizierung von Schulleitern ausgebaut. lhe