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Glücksspiel Umsatz wächst trotz Corona-Krise und Preiserhöhung / Höhere Gewinnquoten seit Ende September

Lottogesellschaft auf Rekordkurs

Archivartikel

Stuttgart.Weder die Corona-Krise noch die jüngste Preiserhöhung hält die Baden-Württemberger vom Lottospiel ab. Das Staatsunternehmen liegt auf einem Rekordkurs. Seit der Einführung eines neuen Gewinnplans haben die Spieleinsätze stark zugenommen. „Bundesweit haben sie eine Woche nach der Einführung um rund 21 Prozent zugelegt – in Baden-Württemberg sogar etwas mehr“, berichtet Georg Wacker, der Geschäftsführer der Lotto-Gesellschaft. Schon im ersten Halbjahr waren die Umsätze trotz der Corona-Krise und teils geschlossener Annahmestellen deutlich gestiegen.

Am 23. September haben die Lottogesellschaften den Mindesteinsatz um 20 Cent auf 1,20 Euro erhöht und gleichzeitig höhere Gewinnquoten eingeführt. Seither kann es auch für Sechser ohne die passende Superzahl einen Millionengewinn geben. Deutschlandweit gab es nach Wackers Angaben aufgrund dieser Umstellung schon drei Millionengewinne. Sein erstes Fazit: „Aktuell können wir sagen, dass die Änderungen des Gewinnplans sehr gut angenommen wurden.“ Das Wachstum der Einsätze liege sicher auch daran, dass der Jackpot seit Wochen steigt und mit rund 37 Millionen Euro so hoch ist wie seit über elf Jahren nicht mehr. Vor der Umstellung wäre er am kommenden Samstag in der 13. Runde ausgeschüttet worden. Nun kann er bis auf 45 Millionen wachsen und wird erst nach Überschreitung dieser Schwelle verteilt.

Auf Rekordkurs war Lotto Baden-Württemberg bereits im ersten Halbjahr. Bis 30. Juni stieg der Umsatz um 5,7 Prozent auf 507 Millionen Euro. Es war nach Wackers Angaben das beste Halbjahresergebnis seit 2005. Das Wachstum resultierte in den Wochen des Corona-Lockdowns allein aus dem Online-Spiel, das ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2019 erzielte. Über das Internet wurden 62,4 Millionen Euro verbucht. Damit konnte das Glücksspielunternehmen die Einbußen in den Annahmestellen mehr als ausgleichen. Ende März, Anfang April waren elf Prozent der 3150 Büros geschlossen.

Wacker bleibt in der Bewertung der Lage vorsichtig. „Wir können rückblickend von einer stabilen Geschäftsgrundlage sprechen“, sagt er. Offenbar hat die Pandemie nicht nur Lottospieler ins Internet gedrängt. Auch Spielhallen, Wettbüros und Sportwettenanbieter haben gelitten. Wacker weist darauf hin, dass „der Konkurrenzkampf vor allem im Onlinebereich stärker wird“. Mit dem vor der Unterzeichnung stehenden Glücksspielstaatsvertrag der Länder komme es 2021 bei den digitalen Angeboten zu einer Liberalisierung.

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