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SPD-Europawahlliste Abgeordnete Gebhardt dankbar über Geste / Landeschef Stoch kündigt an, sich für Simon einzusetzen

Luisa Boos verzichtet auf vorderen Platz

Stuttgart.Die ehemalige SPD-Landesgeneralsekretärin Luisa Boos verzichtet auf einen aussichtsreichen Platz auf der Europa-Wahlliste ihrer Partei. Sie wolle nicht „gegen eine geschätzte Genossin“ des Landesverbandes antreten, heißt es in einem gestern veröffentlichten Schreiben an den Landes- und Parteivorstand. Die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt hatte vorher angekündigt, auf dem Parteitag um den Platz 15 kämpfen zu wollen. Boos reagierte: „Ich möchte unter diesen Umständen nicht auf Platz 15 der Bundesliste kandidieren und bitte den Parteivorstand darum, mich auf den ursprünglich vorgesehenen Platz 25 vorzuschlagen.“

Die Südwest-SPD hatte tagelang Front gegen die vom Bundesvorstand vorgeschlagene Kandidatenliste zur Europawahl gemacht. Sie hatte die bisherigen Europaabgeordneten Evelyne Gebhardt und Peter Simon mit großen Mehrheiten nominiert. Der SPD-Bundesvorstand hatte dann aber die bisherige Landesgeneralsekretärin Boos auf Platz 15 der Liste gesetzt, um den Anteil junger Frauen auf vorderen Plätzen zu erhöhen. Gebhardt und Simon rutschten auf die aussichtslosen Plätze 25 und 28. Die Veränderung der Reihenfolge sorgte für großen Unmut in der Südwest-SPD. In einem Brief an Andrea Nahles hatten die 43-Kreisvorsitzende aus Baden-Württemberg „völliges Unverständnis“ über die Platzierung geäußert.

Die endgültige Liste wird auf dem Europaparteitag am Sonntag beschlossen.

Landeschef: Schwierige Situation

SPD-Landeschef Andreas Stoch begrüßte die Entscheidung von Boos. Er kündigte zudem an, weiter für eine bessere Platzierung für Simon zu kämpfen. Inwieweit der Landesverband auf Boos eingewirkt hat, ist unklar. „Wir haben alle miteinander gesprochen“, hieß es. „Es war eine sehr schwierige Situation.“ Boos betonte: „Für mich war von Beginn an klar, dass ich nicht gegen die von mir politisch und menschlich sehr geschätzte Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt um die Spitzenkandidatur für Baden-Württemberg kandidieren werde.“ Gebhardt sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin Frau Boos sehr dankbar, dass sie die Geste macht.“ lsw