Länder

AfD Schriftführer als Zielscheibe der radikalen Kräfte

Machtprobe im Vorstand

Archivartikel

Stuttgart.Auch im Wahlkampfendspurt vor den Europa- und Kommunalwahlen setzt sich bei der AfD im Südwesten der Machtkampf zwischen Gemäßigten und Radikalen fort. Aktuell geht es um Dieter Amann, der im Februar als Schriftführer in den neunköpfigen Landesvorstand gewählt wurde.

Der 57-jährige Beamte, der im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen für den Bundestag kandidierte, zählt zu den moderateren Kräften der AfD und arbeitet als Berater für die Landtagsfraktion. Vertreter des rechten Flügels um die Abgeordneten Emil Sänze und Christina Baum sehen durch den Job im Team von Fraktionschef Bernd Gögel Amanns Unabhängigkeit im Parteivorstand verletzt. Sie verlangen entweder die Entlassung als Mitarbeiter oder Amanns Rückzug aus dem Vorstand. Nun wächst der Gegenwind: Bei einem Treffen haben sich von 25 Kreisvorsitzenden 21 für den Verbleib von Amann ausgesprochen. „Das ist ein deutliches Signal“, heißt es aus ihren Reihen.

Monatelanger Flügelstreit

In der AfD-Fraktion tobt seit Monaten ein heftiger Stellungskrieg zwischen dem völkisch-nationalen Flügel und den gemäßigten Rechten um Fraktionschef Gögel, die regelmäßig in der Minderheit sind. So wurden dem Fraktionschef Dienstwagen und Fahrer gestrichen. In den Strudel dieses Richtungskampfes wurde trotz klarer Mehrheit bei seiner Wahl in Heidenheim Amann gezogen.

An der Basis herrscht Empörung. Dort wird für den Landesparteitag Anfang Juni mobilisiert. „Stellen wir Dieter Amann unter den persönlichen Schutz der Basis“, schreibt der Esslinger Stephan Köthe in einem Brief an die Mitglieder. Derzeit wird eine Resolution vorbereitet, in der Amann zum Bleiben aufgefordert wird. Bei der AfD sind stets alle Mitglieder zum Landesparteitag eingeladen und stimmberechtigt. pre