Länder

Coronavirus Hessen zieht eine erste Zwischenbilanz

Mahnungen begleiten Lockerungen

Archivartikel

Wiesbaden.Hessen lockert in der Corona-Krise für die Menschen die Zügel. Mahnungen und Appelle der Verantwortlichen reißen aber nicht ab. Auch gehen nicht alle Öffnungen, die vom Wochenende an von der Landesregierung in Hessen erlaubt sind, sofort auf Knopfdruck. Der Überblick vom Freitag:

Ausbildung

Hessens Bündnis für Ausbildung appelliert an die Betriebe im Land, trotz der Corona-Krise weiter Lehrlinge einzustellen. Es solle alles daran gesetzt werden, dass auch das Ausbildungsjahr 2020/21 erfolgreich starten könne, forderten die Bündnisteilnehmer in einem Grundsatzpapier. Es dürfe keinen „Jahrgang Corona“ und keine „Generation Corona“ geben.

Theater

Die Theater in Hessen dürfen ab Samstag wieder öffnen, viele Bühnen bleiben dennoch vorerst geschlossen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schnell wieder losgeht“, sagte Carola Unser, eine der Intendantinnen des Hessischen Landestheaters Marburg. Man brauche zunächst etwas Zeit, sich mit dem Gesundheitsamt abzustimmen und die Vorkehrungen zu treffen. Die Oper Frankfurt bleibt sogar bis Herbst weitgehend geschlossen.

Gerichtsverhandlungen

An den hessischen Gerichten werden ab nächster Woche wieder mehr Verhandlungen und Anhörungen stattfinden. Das soll auf Grundlage des erarbeiteten Hygienekonzepts, das etwa die Anmietung externer Räumlichkeiten für größere Verhandlungen und die Ausstattung von Gerichtssälen mit variablen Acrylglastrennwänden beinhaltet, geschehen. Dabei gilt nach Angaben von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in Gerichtssälen und in den Gerichtsgebäuden grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den einzelnen Personen.

Insolvenzen

Trotz der wirtschaftlichen tiefen Bremsspuren durch die Corona-Krise ist eine Insolvenzwelle in Hessen im April offenbar ausgeblieben. Die Zahl der Insolvenzanträge bewegt sich sogar in die entgegengesetzte Richtung, wie erste Zahlen von Amtsgerichten zeigen: Sie sinkt drastisch. Doch ein Hinweis auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist das nicht. Laut Gerichten und Behörden gibt es andere Ursachen – und das dicke Ende könnte noch kommen.

Fußball

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter schließt weitere Verfehlungen von Bundesliga-Spielern und Trainern nach dem pikanten Handy-Video von Herthas Salomon Kalou nicht aus. Vielleicht passiere „der eine oder andere Fehltritt, der unbewusst ist“. Die Protagonisten versuchten, sich daran zu halten, um Bundesliga spielen zu können. Er könne aber „nicht für alle die Hand ins Feuer legen“.

Stunde Null

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sieht Parallelen zwischen der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Corona-Pandemie. „Nach der ,Stunde Null’ von 1945 befinden wir uns derzeit wieder in einer ,Stunde Null’“, schrieb Bouffier in einem online veröffentlichten Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Das gesamte öffentliche Leben habe wegen der Corona-Krise pausieren und die Wirtschaft vorübergehend stillstehen müssen. „Aber wie 1945 kann auch in dieser ,Stunde Null’ ein chancenreicher Neuanfang liegen“, so Bouffier.

Corona-Zahlen

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Hessen um 161 auf 8877 Fälle gestiegen. Das Sozialministerium begründete den im Verhältnis zu den vorherigen Tagen relativ hohen Anstieg aber damit, dass am Donnerstag einige ältere, bereits registrierte Covid-19-Fälle wegen eines Erfassungsfehlers vorübergehend nicht in der Statistik ausgewiesen worden seien. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, stieg am Freitag um 6 auf insgesamt 405. lhe