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Wirtschaft IHK Rheinland-Pfalz stellt Bericht vor

Mangel an Fachkräften spitzt sich zu

Mainz.Unternehmen in Rheinland-Pfalz suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern – das bedeutet vielfach Mehrarbeit. „Zwei Drittel der Unternehmen müssen die Arbeit auf weniger Köpfe verteilen“, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Fachkräftereport der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rheinland-Pfalz. Dies sei deutlich spürbar, sagte der Vorstandschef der Großbäckerei Hack AG in Kurtscheid, Peter Hack. „Mitarbeiter in Familienunternehmen sind bereit, länger zu arbeiten, bis zu einer gewissen Grenze.“

Für sein Unternehmen sei die Zuwanderung eine wichtige Rekrutierungsmöglichkeit. Allerdings vermittle Deutschland im Ausland kaum noch das frühere Bild einer Willkommenskultur.

Weiterbildung höchste Priorität

Aktuell sehen sich 57,7 Prozent der Unternehmen stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen – in zehn Jahren erwarten dies 83,6 Prozent. Das seit Jahren bestehende Problem spitze sich zu, erklärte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft, Arne Rössel.

61 Prozent der Unternehmen beklagen einen Mangel an Fachkräften mit gewerblich-technischen Berufen. Bei gut 28 Prozent fehlen Mitarbeiter, die in kaufmännischen Berufen ausgebildet wurden. Knapp elf Prozent suchen Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie. An der Erhebung beteiligten sich 530 rheinland-pfälzische Unternehmen.

Bei Ansprüchen der jungen Generation rangiere die Weiterbildung an erster Stelle. Die sei ein wesentliches Puzzle-Teil für den Lösungsansatz der Fachkräftesicherung, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, Jan Glockauer. Dazu gehörten auch die Einstellung von Fachkräften über 50 Jahren, die Rekrutierung von Migranten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. lrs