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Fachtagung Experten aus 28 Städten tauschen Konzepte aus / Quadratestadt ist Vorreiter für intelligente Videoüberwachung

Mannheimer Sicherheitstag erfolgreich

Archivartikel

Mannheim.Mannheim als Vorbild für Baden-Württemberg, ja sogar ganz Deutschland? Zumindest beim Thema urbane Sicherheit – bei dem die Sicherheit im Stadtgebiet im Vordergrund steht –, insbesondere der intelligenten Videoüberwachung ist sich auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sicher: „Mannheim ist die Blaupause in Baden-Württemberg, in Deutschland und darüber hinaus. Es ist nicht selbstverständlich, so etwas einzuführen wie die Videoüberwachung, was es weltweit noch nicht gibt.“

180 Teilnehmer zu Gast

Mit diesen Worten hat der Innenminister den ersten Mannheimer Sicherheitstag gestern im Stadthaus N 1 eröffnet, bei dem sich rund 180 Vertreter von Politik, Behörden und Ämtern aus allen Teilen Deutschlands über das Thema Sicherheit ausgetauscht haben. Einen ganzen Tag lang stellten die Teilnehmer mit Impulsvorträgen zu den Themen Zuwanderung, Videotechnik und öffentlicher Raum ihre Sicherheitskonzepte untereinander vor. Als Gastgeberstadt will Mannheim gemeinsam mit dem Polizeipräsidium aufzeigen, wie Sicherheit in der Quadratestadt funktioniert, sich austauschen mit anderen Kommunen und voneinander lernen. „Unser Anspruch ist es, die Wahrnehmung von Sicherheit zu verbessern, indem wir schnell und sichtbar machen, was wir alles tun, damit sich die Bürger sicher fühlen“, erklärt Oberbürgermeister Peter Kurz. Zusammenhalt, Gestaltung des öffentlichen Raums, Sauberkeit, vertrauensbildende Aktionen und Kooperation seien dabei entscheidend. In diesen Bereichen hat Mannheim in den vergangenen Jahren beispielgebende Projekte entwickelt, die bei der Fachtagung vorgestellt und diskutiert wurden. Viel Lob gab es für Polizeipräsident Thomas Köber vom Innenminister, der insbesondere die „vorbildliche Zusammenarbeit der Polizeibehörde mit dem Land“ betonte.

„Auch wir haben nicht den Stein der Weisen, aber Ideen“, erklärte Köber. Besonders im Mittelpunkt steht für den Polizeipräsidenten die Frage, wie sich die Bürger selbst fühlen und welche Ängste es in der Bevölkerung gebe. Deshalb führt die Polizei laut Köber regelmäßige Sicherheitsbefragungen durch und setzt gezielt Ermittlungsgruppen ein. Alkohol am Steuer, Radunfälle, Auto-Protzer und illegale Autorennen im Hafen sowie Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum halten die Polizei in Mannheim zurzeit in Atem, so Köber weiter.

Sicherheitsdezernent Christian Specht, der den Sicherheitstag mit Köber initiiert hatte, zog nach der Tagung ein positives Fazit: „Dass das Interesse so groß war, obwohl wir ihn zum ersten Mal durchgeführt haben, verdeutlicht, dass wir einen Nerv getroffen haben und mit dieser Veranstaltung am Puls der Zeit sind.“ Nach dem Erfolg der ersten Auflage ist Specht optimistisch, dass es in Mannheim weitere Sicherheitstage geben wird.