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Ministerpräsidenten Porträt im Staatsministerium enthüllt / Kretschmann würdigt seinen CDU-Vorgänger, der sich aber die Politik noch offenhält

Mappus hängt jetzt in der Stuttgarter Ahnengalerie

Archivartikel

Stuttgart.Es hat schon etwas Endgültiges, wenn das Porträt eines früheren Ministerpräsidenten im Flur der Stuttgarter Regierungszentrale aufgehängt wird. Stefan Mappus hat mit seinen 52 Jahren lange gezögert. „Das Ob war keine Frage, aber ich hatte auch keine Eile“, gibt der CDU-Mann zu, der von Februar 2010 bis Mai 2011 in Baden-Württemberg regiert hat und dann die Wahl gegen den Grünen Winfried Kretschmann verlor. Aber einen politischen Neustart schließt Mappus, der inzwischen bei einer Münchner IT-Firma im Vorstand sitzt, trotzdem nicht aus. „Schauen wir, was das Leben noch so bringt“, hält er sich alle Möglichkeiten offen.

„Ich find ihn gut getroffen“, sagt Kretschmann, der mit seinem Vorgänger manchen harten Strauß ausgefochten hat. „Ich habe mich mit allen Ministerpräsidenten, die hier hängen, mal heftig, mal konstruktiv gestritten“, deckt er verbal die alten Gräben zu. Dann lobt er den fotografischen Realismus des Künstlers Jan Peter Tripp. Der lasse Mappus „ein klein wenig verschmitzt“ aus dem Bild schauen. Das sei ein Zug, den er in der aktiven Zeit von Mappus „nicht so wahrgenommen“ habe.

Dass Mappus gern dynamisch und entschieden auftritt, hat Tripp gut getroffen. Der CDU-Mann greift den gemalten Rahmen mit den Händen. Dafür bietet der Bildausschnitt für den Porträtierten noch viel Luft nach oben. Mappus selbst zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Das Bild ist genau so, wie ich es mir gewünscht habe.“

Die baden-württembergische Regierung lässt alle Ministerpräsidenten nach dem Ende ihrer Amtszeit porträtieren. Die Ex-Regierungschefs dürfen den Maler wählen. Mappus entschied sich für Tripp, weil der schon seinen Vor-Vorgänger Lothar Späth porträtiert hat. Dessen Bild habe ihm schon immer besonders gut gefallen.