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Tiere Vögel ziehen im August – wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt – wieder weiter / Bestand in den vergangenen Jahren zurückgegangen

Mauersegler machen sich auf den Weg nach Afrika

Frankfurt.Wenn die Mauersegler nach Afrika aufbrechen, deutet sich das Ende des Sommers an. Mit ihren typischen Schreien an lauen Abenden sorgen die Luftikusse mit den sichelförmigen Flügeln und dem gegabelten Schwanz von Mai bis Juli für Sommerfeeling in den Städten. In den ersten Augusttagen machen sich die Kulturfolger jedoch wieder auf den Weg.

„Wann genau, hängt vom Brutverlauf ab“, sagt Ingolf Grabow vom BUND in Frankfurt. Der Abzug beginne bereits Mitte Juli, sagt Matthias Werner von der Vogelschutzwarte für Hessen und Rheinland-Pfalz in Frankfurt. „Hauptabzug ist Anfang August – aber auch noch einzelne bis in den September.“ Susanne Schmid vom BUND, die in Mainz die Vögel intensiv beobachtet, sagt: „Es wird schon erheblich ruhiger.“

Vor der Reise abnehmen

Wenn die zwei bis drei Jungvögel des Apus apus (der Fußlose) das Nest nach durchschnittlich 40 Tagen verlassen haben, brechen die Vögel auf. Die Tiere machen „eigentlich alles im Flug: Fressen, Schlafen, Trinken und sich paaren“, wie Schmid sagt. „Die Jungen fliegen noch ein paar Tage in der Nähe des Nests herum – und dann mit den anderen Richtung Afrika.“ Grabow sagt: „Die Jungvögel müssen urplötzlich selbstständig sein.“ Um fliegen zu können, dürften sie nicht schwerer als 40 Gramm sein. Meist würden sie in den letzten Tagen nicht mehr gefüttert, weil sie zuvor Übergewicht haben. „Die Eltern päppeln sie bis auf 60 Gramm auf“, sagt Schmid.

Der Sommer 2020 war für die Mauersegler nach Einschätzung der Fachleute ein durchschnittliches Jahr. Das Wetter sei für die Vögel gut gewesen: Keine Kälte- und Regenphasen, keine extreme Hitze, sagt Schmid. Allerdings beobachten die Experten trotzdem weiterhin, dass der Bestand kleiner wird. Ein Grund ist der Insektenmangel.

In Rheinland-Pfalz habe es 2016 rund 23 000 Brutpaare gegeben, in Hessen etwa 40 000, zitiert Martin Hormann von der Vogelschutzwarte aus der Fachliteratur. Bundesweit sei der Bestand der Vögel in den letzten 24 Jahren rückläufig, etwa ein bis drei Prozent pro Jahr. Dabei gebe es allerdings regional große Unterschiede. Grabow etwa hat beobachtet: „Es werden laufend weniger.“

„Das größte Problem für Mauersegler in der jüngeren Zeit sind die energetischen Gebäudesanierungen“, sagt Hormann. Brutplätze würden dabei – meist aus Unkenntnis – unwiederbringlich zerstört. In Frankfurt und Mainz etwa verschwänden mit der Wärmedämmung und Sanierungen älterer Häuser Nischen und Spalten, in denen der Vogel brütet. In der Rhein-Main-Region gibt es der Vogelschutzwarte zufolge zahlreiche Initiativen zum Schutz des Mauerseglers. In Frankfurt etwa seien in den letzten Jahren weit mehr als 1000 Brutplätze neu geschaffen, wie Hormann sagt. lhe