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Protest Großer Zulauf bei Kundgebung gegen Rassismus

Mehr als 1000 Teilnehmer

Stuttgart.Mehr als tausend Menschen haben gestern auf dem Stuttgarter Karlsplatz gegen Rassismus und für Vielfalt demonstriert. „Ich mache mir Sorgen darüber, dass wir wieder gegen Rassisten aufstehen müssen – wir müssen alles dafür tun, dass der rassistische Spuk ein Ende findet“, forderte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) mit Blick auf Chemnitz. Stuttgart sei wegen der Internationalität der Bewohner eine starke Stadt.

Parallel zu der Veranstaltung fand auf dem Marktplatz eine Kundgebung der konservativen Organisation „Demo für alle“ statt, bei der mehrere Dutzend Teilnehmer gegen eine Frühsexualisierung von Kindern im Schulunterricht und für den Erhalt der klassischen Familie aus Mutter, Vater und Kindern protestierten. Ihre Kundgebung wurde von lauten Protesten mehrerer hundert meist linksgerichteter Demonstranten sowie einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

Polizei schirmt Konservative ab

Die Kundgebung „Gemeinsam Vielfalt leben“ auf dem Karlsplatz war ursprünglich als kleine Veranstaltung mit 100 Teilnehmern angemeldet worden, sagte Organisator Holger Edmaier vom Projekt „100 Prozent Mensch“. Aber dann sei es zu den Ausschreitungen in Chemnitz gekommen. „Danach wollten immer mehr Organisationen bei uns mitmachen, Parteien, Initiativen, Musiker, Künstler – es war der Wahnsinn“, sagt Edmaier.

Anders sah das auf dem Marktplatz aus – hier pfiffen ein paar hundert Demonstranten die Kundgebung der Organisation „Demo für alle“ aus. „Ich freue mich, dass wir hier sind in Stuttgart, dem Geburtsort der ,Demo für alle’ – aber dass man uns abschotten muss, damit man uns nicht angreift, ist erschütternd“, sagte Hedwig von Beverfoerde, die Gründerin des konservativen Vereins, angesichts umfangreicher Absperrgitter und des großen Polizeiaufgebots. Die Stuttgarter AfD blieb nach eigenen Angaben allen Demos fern.