Länder

Corona Bouffier lockert Verordnungen für Hessen weiter – aber vorsichtig / Ausnahme vom Verbot des Sonntagsverkaufs soll beendet werden

Mehr Besuche in Altenheimen möglich

Archivartikel

Wiesbaden.Am Ende seiner Pressekonferenz zu den neuen Corona-Verordnungen im Lande lässt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) aufhorchen: „Alles dicht würden wir heute nicht mehr machen“, sagt er. Doch er betont am Donnerstag gleich, dass das keine Kritik an dem ja auch von ihm mitgetragenen Lockdown auf dem Höhepunkt der Virus-Pandemie sein soll. Der sei richtig gewesen und habe verhindert, dass es in Hessen zu Zuständen wie im italienischen Bergamo oder New York in den USA kam.

Nur würde man mit den heutigen Erkenntnissen etwa bei Infektionsfällen in einem Altenheim nicht mehr alle möglichen Einrichtungen schließen, sondern regional mit angemessenen Maßnahmen reagieren, stellt er klar und verkündet weitere Lockerungen der bisher geltenden Beschränkungen, aber eher vorsichtige.

So sollen bereits ab kommender Woche wieder mehr Besuche in Alten- und Pflegeheimen möglich sein. Bislang war nur ein Besuch pro Woche und das auch nur von engen Angehörigen bei den Bewohnern möglich. Künftig sollen es drei pro Woche sein, und zwar unabhängig vom Verwandtschaftsverhältnis.

In stationären Einrichtungen zur Betreuung Behinderter darf es ab Montag eine Person am Tag sein. Bouffier und Sozialminister Kai Klose (Grüne) betonen aber: Die strengen Hygienevorschriften gelten zum Schutz der Bewohner weiter. Die Vertreter der Verbände räumen ein, nicht in jedem Fall werde gleich ab Montag der gewünschte Besuchstermin zu erhalten sein.

Im Einzelhandel soll die zuvor bis August eingeräumte Möglichkeit der Sonntagsöffnung zum Ausgleich Corona-bedingter Nachteile mit dem kommenden Wochenende beendet werden. Damit wird die angekündigte Klage der Gewerkschaft ver.di und der Allianz für den freien Sonntag gegen die zuletzt nur noch in Hessen geltende Ausnahme hinfällig. Der DGB Hessen begrüßte umgehend das Einlenken der schwarz-grünen Landesregierung.

Außerdem beschloss das sogenannte Corona-Kabinett in Wiesbaden einen Tag nach der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass den Kunden künftig in den Geschäften nur noch zehn statt bislang 20 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen müssen. Das bedeutet, dass künftig wieder deutlich mehr Kunden eingelassen werden können. Die Maskenpflicht und das Abstandsgebot gelten aber weiter.

Großveranstaltungen möglich

Ebenfalls ab Montag ist für Veranstaltungen bis zu 250 Besuchern keine Genehmigung mehr erforderlich. Bislang galt dies nur bis zu einer Grenze von 100 Teilnehmern. Bouffier betont, es gebe kein Verbot aller Großveranstaltungen. Mit entsprechendem Konzept zur Einhaltung der Hygienevorschriften und des Abstandsgebots seien sie durchaus möglich. Er hofft, dass es in diesem Jahr Weihnachtsmärkte geben wird.