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Trickbetrug 5,3 Millionen Euro 2017 im Südwesten erbeutet

Mehr falsche Polizisten

Archivartikel

Stuttgart/Wiesbaden.Immer mehr Betrüger geben sich als Polizisten aus, um Geld von Senioren zu erbeuten. Während es 2016 im Südwesten noch 225 Fälle waren, bei denen falsche Polizisten im Spiel waren, stieg die Zahl ein Jahr später rapide auf 1955 Fälle, wie das Innenministerium mitteilte. „Bei weit über 90 Prozent der Fälle bleibt es bei dem Versuch“, sagte ein Sprecher. Trotz der geringen Erfolgschance erbeuteten falsche Polizisten laut Innenministerium im Jahr 2017 in Baden-Württemberg eine Summe von 5,3 Millionen Euro. Zahlen aus dem laufenden Jahr lagen noch nicht vor.

Allein in Stuttgart versuchten Kriminelle in der vergangenen Woche mindestens 45 Mal auf diese Weise, an Geld zu kommen, wie die Polizei mitteilte. Betrüger riefen ihre Opfer an und erzählten ihnen, dass ihr Geld wegen krimineller Bankmitarbeiter nicht sicher sei. So brachten sie einen 86-Jährigen dazu, mehrere Zehntausend Euro vom Konto abzuheben. Danach machten sie ihm weis, es handle sich um Falschgeld – er händigte ihnen das Geld aus.

Auch in Hessen gibt es im Jahresvergleich 2016/2017 eine Fallsteigerung. Madlen Weyhrich vom Landeskriminalamt: „Das ist ein bundesweites Phänomen – da ist auch Hessen betroffen.“ Aktuelle Zahlen habe man noch nicht erhoben, wie Weyhrich sagt. Präventivarbeit, vor allem mit Senioren, Bankmitarbeitern und Familienmitgliedern soll es den Trickbetrügern indes schwerer machen. „Viele Senioren sind auf Zack und durchschauen die Diebe. Wenn es aber doch dazu kommt, ist schnell eine hohe Summe Geld verloren“, erklärt Weyhrich. jor/lsw