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Verkehr Immer mehr Pendler legen auch in der kalten Jahreszeit den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurück / „Winter-Bike-to-Work-Day“ am Freitag

Mehr Sicherheit für Radfahrer im Winter gefordert

Frankfurt.Sie kämpfen gegen Kälte, Regen und Schnee, von Dunkelheit und Wind lassen sie sich nicht stoppen: Pendler, die im Winter mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Am Freitag, 14. Februar, wird ihr jährlicher Ehrentag begangen, der „Winter-Bike-to-Work-Day“ (Winter-Fahrradpendler-Tag). Genaue Zahlen gibt es nicht, doch nach Beobachtungen von Fahrradexperten wächst die Gruppe der Winterradler, und das nicht nur in der deutschen Pendlerhauptstadt Frankfurt.

Zu ihnen gehört Maria Bandur aus dem Stadtteil Unterliederbach. Vier bis fünf Mal pro Woche legt die 62-Jährige rund 30 Kilometer mit ihrem Fahrrad zurück. Auf der Strecke zu ihrer Arbeitsstelle im Frankfurter Nordend folgt Radlerglück am Flüsschen Nidda auf dichten Autoverkehr entlang des Alleenrings. Auf einigen Abschnitten fühle sie sich unsicher; holprige, nicht ausreichend vom übrigen Verkehr abgeschirmte Radwege sind der Grund. Um die Bedingungen zu verbessern, engagiert sich Bandur beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Dort beobachtet man eine zunehmende Zahl von Pendlern, die auch im Winter zur Arbeit radeln. „Das kann man auch in Darmstadt und anderswo sehen, dass sich im Sommer wie im Winter auf den Radwegen an den Kreuzungen regelrechte Staus bilden“, sagt der Sprecher des Landesverbands, Torsten Willner. Dies habe neben der tendenziell milderen Witterung auch mit verstopften Straßen zu tun.

Generell wird Radfahren immer beliebter: 2019 ermittelte der bundesweite Fahrradmonitor, dass 65 Prozent der Befragten das Fahrrad als Verkehrsmittel gern oder sehr gern nutzen – ein Zuwachs um zehn Prozentpunkte im Vergleich zu 2015. Knapp jeder dritte Berufstätige gab an, mindestens einmal die Woche mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Mehr und sicherere Radwege sowie sichere Abstellmöglichkeiten stehen oben auf der Liste der Forderungen. Radfahren attraktiv und sicher zu machen helfe, Staus im Berufsverkehr vermeiden, sagt die Expertin für Fahrradmobilität, Dagmar Köhler, vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin: „Radfahrer werden bei schlechtem Wetter eher zu Autofahrern, als dass sie den öffentlichen Nahverkehr benutzen.“

Die Bedingungen für Radfahrer seien vielerorts schon im Frühling, Sommer und Herbst nicht gut – und deshalb im Winter umso schlechter, erklärt sie. Es gebe durchaus Interesse dafür, Radpendeln im Winter zu erleichtern. Dies zeigten etwa Versuche mit unterschiedlichem Streumaterial in einzelnen Städten. Großes Vorbild sei die finnische Stadt Oulu. Hier nutze selbst bei geschlossener Schneedecke noch jeder zehnte Verkehrsteilnehmer das Rad. lhe