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Sicherheit Modellversuch mit Kennzeichen für Kripobeamte

Mehr Taten durch falsche Polizisten

Archivartikel

Stuttgart.Erst am Donnerstag gingen der Polizei zwei Männer ins Netz, die im Raum Ulm als „falsche Polizisten“ Geld und Wertsachen von älteren Menschen ergaunert haben sollen. Zuvor hatte eine Seniorin ihr Gold an einen Betrüger verloren, das sie zur Abholung in den Hof gelegt hatte. Nach dem steilen Anstieg der Fälle in diesem Deliktbereich in den vergangenen Jahren hat die Polizei 2019 eine weitere Zunahme registriert. „Beim entstandenen finanziellen Schaden deutet sich eine Zunahme an“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. Genaue Zahlen gebe es im März.

Gut 7000 Verfahren

2018 hatte die Polizei 7256 Verfahren gezählt, nach weniger als 2000 im Vorjahr. Erfolgreich waren die angeblichen Polizisten 183-mal und ergaunerten 6,8 Millionen Euro. „Die Dreistigkeit, mit der Betrüger das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Polizei schamlos missbrauchen, hatte auch im vergangenen Jahr Hochkonjunktur“, erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU).

Als Baustein in der Prävention gegen die falschen Polizisten will Strobl auch die in Zivilkleidung auftretenden Kriminalbeamten bei Einsätzen für die Bürger besser erkennbar machen. Derzeit testen das Landeskriminalamt und die Polizeidirektionen Aalen und Stuttgart das sogenannte K-Etui. Das Ledermäppchen mit dem Schriftzug „Kriminalpolizei“, in dem der eigentliche Dienstausweis steckt, kann bei Einsätzen gut sichtbar getragen werden. Der Test dauert acht Wochen. 

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