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Klima II Mainzer Forscher legen neue Studie vor

Mehr Tote durch Feinstaub

Mainz.Schmutzige Luft dürfte einer Studie Mainzer Wissenschaftler zufolge deutlich mehr vorzeitige Todesfälle verursachen als bislang angenommen – auch in Deutschland. Nach neuen Rechnungen kommt ein Team um den Atmosphärenforscher Jos Lelieveld und den Kardiologen Thomas Münzel auf weltweit rund 8,8 Millionen Sterbefälle pro Jahr, wie die Wissenschaftler gestern in Mainz berichteten.

Lebenserwartung verringert

Der Analyse zufolge sterben weltweit etwa 120 Menschen je 100 000 Einwohner pro Jahr vorzeitig an den Folgen verschmutzter Luft. In Deutschland sind es demnach sogar 154. Den Mainzer Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Unimedizin zufolge kommen in Europa jährlich knapp 800 000 Menschen wegen der Folgen von Luftverschmutzung vorzeitig ums Leben. Dadurch werde die durchschnittliche Lebenserwartung von Europäern um rund zwei Jahre verringert. Ihre Botschaft: Die Feinstaub-Grenzwerte müssen gesenkt werden.

Die Todesfälle durch schmutzige Luft gehen demnach vor allem auf Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen zurück. Langzeitfolgen schlechter Luft seien erhöhter Blutdruck, chronische Bronchitis, Herzinfarkt, Hirnschlag oder Lungenkrebs. Feinstaubteilchen könnten sehr tief eingeatmet werden, erklärte Lelieveld. lrs