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Corona Die Lage im Südwesten bleibt angespannt – Minister Guido Wolf sieht dennoch kein Problem für Herbsturlauber

Mit Masken, Verboten und Spritzen

Archivartikel

Stuttgart.Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen kämpft das Land gegen eine zweite Corona-Welle. Stuttgart sowie der Kreis Esslingen liegen weiter über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. In der Landeshauptstadt treten deshalb an diesem Mittwoch strenge Regeln in Kraft. Im Landtag herrscht bald eine Maskenpflicht.

So wird etwa in der Innenstadt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Der Konsum von Alkohol wird eingeschränkt. Bei privaten Feiern sind demnächst nur noch zehn Teilnehmer erlaubt. Zudem mobilisiert die Stadt zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung und erbittet die Hilfe der Bundeswehr.

Maskenpflicht im Landtag

Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) ordnete angesichts der Entwicklung im Ballungsraum Stuttgart eine Maskenpflicht im Landtag ab 14. Oktober an. Die gilt für alle Gebäude und Räumlichkeiten des Landtags – auch für den Plenarsaal, die Sitzungssäle und die Besprechungsräume sowie alle Verkehrsflächen und Aufzugsanlagen. Die Abgeordneten dürfen die Maske aber in Sitzungssälen und im Plenarsaal am Platz ablegen, sofern der Mindestabstand eingehalten wird. Verstöße können mit einem Zwangsgeld geahndet werden – mindestens 250 Euro für Abgeordnete und mindestens 150 Euro für Mitarbeiter und Besucher. Bislang herrscht im Landtag nur ein Maskengebot.

Neben Stuttgart ist der Kreis Esslingen der „Hotspot“ im Land. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 74,4. Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen im ganzen Land stieg am Sonntag im Vergleich zum Vortag um 477 auf 54 330 Fälle. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Virus liegt unverändert bei 1901.

Derweil kritisieren Tourismusminister Guido Wolf (CDU) und die FDP im Landtag das Beherbergungsverbot, das seit längerem für Besucher aus Stadt- oder Landkreisen mit erhöhtem Infektionsgeschehen für Hotels, Herbergen, Campingplätze und andere ähnliche Einrichtungen gilt. Das mache immer weniger Sinn und sei für Hoteliers wie für Reisende eine unverhältnismäßige Belastung, sagte Wolf am Montag der dpa. „Pauschale Beherbergungsverbote für innerdeutsche Reisende sind reiner Aktionismus und helfen nicht bei der Eindämmung der Pandemie“, betonte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

Trotz der sich zuspitzenden Pandemie sieht Tourismusminister Wolf auch keinen Grund für einen Verzicht auf Reisen durchs Land in den Herbstferien. „Urlaub in Baden-Württemberg war nach allem, was wir bisher wissen, gerade kein Infektionstreiber“, sagte er. Die Betriebe gingen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. „Gegen einen Urlaub in Baden-Württemberg unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden.“ Zuvor hatte unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Bürgern nahegelegt, im Herbst dieses Jahr nicht wegzufahren. 

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